Lieferengpässe drohen bei einem lang anhaltenden Irak-Krieg: Ölpreis zieht nach Bush-Rede wieder an

Lieferengpässe drohen bei einem lang anhaltenden Irak-Krieg
Ölpreis zieht nach Bush-Rede wieder an

Der Ölpreis hat am Freitag wieder angezogen, weil Händler die jüngsten Aussagen des US-Präsidenten George W. Bush als weiteren Hinweis auf einen bevorstehenden Irak-Krieg werteten.

Reuters LONDON. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der führenden Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im März stieg im frühen Handel an der Londoner Warenterminbörse um 50 Cent auf 31,94 Dollar. Am Vortag hatte er ein Zwei-Jahres-Hoch von 32 Dollar erreicht, war danach aber wieder gesunken.

"Der Markt hat sich vor allem auf Bushs Aussage "Das Spiel ist aus" konzentriert", sagte Analyst Lawrence Eagles von GNI-Man Research.

Bush hatte am Donnerstag den UNO-Sicherheitsrat zu einer neuen Irak-Resolution gedrängt, die einen Militärschlag autorisieren würde. "Nachdem er seine Forderungen gestellt hat, darf der Sicherheitsrat nicht zurückstecken, wenn sich ein Diktator diesen Forderungen widersetzt und sie verhöhnt", sagte Bush in Washington. Präsident Saddam Hussein habe Irak "zu einem Gefängnis gemacht, zu einer Giftfabrik, zu einer Folterkammer für Patrioten und Dissidenten. Saddam Hussein wird gestoppt." Seine Täuschungsmanöver funktionierten nicht länger, fügte Bush hinzu: "Das Spiel ist aus."

Im Fall eines lang anhaltenden Kriegs im Irak erwarten Experten Lieferengpässe aus der Golfregion, die einen weiteren Anstieg des Ölpreises zur Folge haben könnten. Irak verfügt über die zweitgrößten bekannten Ölreserven der Welt.

Ungeachtet der Spannungen zwischen den USA und Irak steigerten die USA den Verbrauch von irakischem Öl weiter - im Januar nach Angaben aus US-Branchenkreisen um 24 Prozent. Ein Grund war der Einbruch der Öl-Exporte aus Venezuela, wo ein Generalstreik vor allem die Produktion der staatlichen Ölgesellschaft PDVSA lahm legte. "Es ist ein bisschen paradox. Unsere Abhängigkeit zum Irak erhöht sich ausgerechnet dann, wenn wir im Begriff sind, sie (die Iraker) zu bombardieren", sagte Analyst Bill O'Grady vom Handelshaus A.G. Edwards in St. Louis. Seit Dezember 1996 verkauft Irak Öl auf dem internationalen Markt im Rahmen des UNO-Programms "Öl für Lebensmittel". Das Programm befreit Irak teilweise von den Handelssanktionen, indem es für den Erlös Lebensmittel und andere humanitäre Gütern kaufen darf.

US-Unternehmen kaufen das Rohöl allerdings nicht direkt von Irak. Es wird über Zwischenhändler unter UNO-Kontrolle an die US-Raffinerien weitergegeben.

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