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Lifestyle-Laster mit Kaktus am Lenkrad

Ludwigslust (dpa) - Ein Kaktus steckt statt der Sonnenblume neben dem Lenkrad: «Schließlich kommt er doch aus Mexiko», stellt Heiko Böhringer sein «Baby» vor. Der Mecklenburger Ingenieur hat den von Volkswagen in Amerika produzierten New Beetle zum Pick-up umgebaut.

Ludwigslust (dpa) - Ein Kaktus steckt statt der Sonnenblume neben dem Lenkrad: «Schließlich kommt er doch aus Mexiko», stellt Heiko Böhringer sein «Baby» vor. Der Mecklenburger Ingenieur hat den von Volkswagen in Amerika produzierten New Beetle zum Pick-up umgebaut.

Für seinen himmelblauen Lifestyle-Laster «Cargofun», der per Geschmacksmuster bereits geschützt ist, will der Tüftler aus Ludwigslust noch in diesem Jahr die Serienproduktion starten.

«Am liebsten würden wir die neue Fahrzeugklasse von VW selbst herstellen lassen und die Wagen in Europa, vor allem aber Nordamerika vertreiben», sagt der 40-jährige Erfinder. Die Wolfsburger zeigen sich zwar beeindruckt vom Beetle-Pick-up, winken aber ab: «Das ist eine interessante Sache, doch eine Serienproduktion rechnet sich für uns nicht», meint Christian Buhlmann von der VW-Produktkommunikation. Der Markt für dieses völlig neue Fahrzeug sei «nicht einschätzbar», der errechnete Preis von 40 000 Euro für einen solchen Fun-Pick-up in der Kompaktklasse «jenseits von Gut und Böse». Allerdings könne ein kleiner Auto-Veredler durchaus Erfolg mit Unikaten oder einer Kleinstserie haben, räumt der Sprecher ein.

Diesen Weg will Heiko Böhringer nun einschlagen. Vielleicht 100 Autos im Jahr wären möglich. Dabei koste das Umrüsten eines gebrauchten oder neuen New Beetle zum Pick-up bei 350 Arbeitsstunden etwa 10 000 Euro. Vor allem in den USA - dem Land der Käfer und Kleinlaster schlechthin - wäre der «Cargofun» gut absetzbar, ist er überzeugt. «Ich habe mich immer gefragt, warum ein so praktisches Fahrzeug wie der Pick-up auf europäischen Straßen so selten zu sehen ist.» Die Antwort liefert er gleich mit: Komfortable amerikanische Pick-ups seien viel zu groß für «Otto Normalverbraucher».

Den multi-funktionalen Fun-Flitzer, der nach zehnmonatiger Bauzeit im Februar die Einzelzulassung durch die DEKRA erhielt, hat Böhringer nicht allein gefertigt. «Cargofun» trägt auch die Handschrift von Malermeister Jens Düwel, Spezialist für die Verarbeitung von Glasfaserkunststoffen, sowie von Kfz-Meister Günter Dahnke. Dieser ist Geschäftsführer der Firma Beetles Revival Fahrzeugvertriebs GmbH in Wöbbelin bei Ludwigslust, die bereits vor Jahren mit der ersten TÜV-genehmigten Cabrio-Variante des New Beetle Aufsehen erregte.

Noch vor fünf Jahren hatte VW dem Beetle-Cabriolet keine Marktchance eingeräumt und die Mecklenburger werkeln lassen. Doch nachdem das Golf-Cabrio ausgelaufen war, entstand eine Lücke im VW - Programm und eine neue Chance für das Beetle-Sommerauto, erläutert der Sprecher. Seit Ende 2002 wird das Cabrio in Mexiko produziert und 50 000 mal pro Jahr verkauft - das Aus für die teurere Umbau-Variante aus Mecklenburg. «Außer Spesen nichts gewesen», meinen die Beetle- Freaks aus Wöbbelin. Ihre knapp 30 verkauften Cabrios hätten gerade die Entwicklungskosten von einer Viertelmillion Euro gedeckt.

Die Erfahrungen aus dem Cabrio-Bau kommen jetzt beim Pick-up zu Gute. Nach dem ersten Prototypen sollen zwei weitere, optimierte Wagen gebaut werden, um die Serienzulassung bis Ende des Jahres zu erreichen. Mit dem Beetle-Pick-up könnten bei einer Zuladung von 450 bis 600 Kilogramm auch ein Motorrad, ein Rasentraktor oder auch Fahrräder befördert werden, erklärt Böhringer. Zum Auffahren lässt sich die Ladefläche per Fernbedienung kippen. Die Heckklappe mit integriertem Kofferraum kann dank zweitem Nummernschild beim Fahren auch offen bleiben. Und ohne Ladung lässt sich die Pritsche aus robusten Schiffsplanken in eine Liegefläche verwandeln.

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