Liga fordert bis Freitag Klärung
Millionen für Bundesliga-Rechte doch unsicher

Die nächste fällige Millionen-Zahlung der Kirch-Gruppe an die Deutsche Fußball-Liga (DFL) für die Bundesliga-Fernsehrechte ist nach Einschätzung der DFL nicht gesichert. Dies lasse sich aus Äußerungen des vorläufigen Insolvenzverwalters des Kirch-Kerngeschäfts KirchMedia, Michael Jaffe, ableiten, teilte die DFL am Donnerstag in Frankfurt mit.

Reuters FRANKFURT. Ein Kirch-Sprecher sagte Reuters am Abend hierzu lediglich: "Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung". In unternehmensnahen Kreisen hieß es, nach dem deutschen Recht müsse der Insolvenzverwalter vor allem die Forderungen der Gläubiger bedienen. KirchMedia hatte vor zweieinhalb Wochen Insolvenz angemeldet. Ein Sprecher des Kirch-Bezahlsenders Premiere sagte: "Wir gehen davon aus, dass wir aus allen Stadien berichten werden." In Branchenkreisen hieß es, Premiere-Chef Georg Kofler verhandele mit Kirchmedia und dem Insolvenzverwalter über eine Lösung.

Die Liga habe Jaffe aufgefordert, bis Freitag zu erklären, ob die Zahlung oder zumindest eine Sicherheit für sie geleistet werde, teilte die DFL weiter mit. Bleibe diese Erklärung aus, erwäge die Liga, von ihrem Leistungsverweigerungsrecht Gebrauch zu machen und der KirchMedia zum Saisonfinale die Übertragung des 33. und 34. Spieltages der Bundesliga in dieser und der kommenden Woche zu untersagen.

Mitte April hatte die DFL-Spitze nach einer Krisensitzung in Frankfurt erklärt, die am 15. Mai fällige Rate sei gesichert. Dennoch wolle die DFL unverzüglich Gespräche mit anderen Fernsehsendern aufnehmen, um sich für eine Kündigung des Bundesliga-Übertragungsvertrages durch KirchMedia zu wappnen.

Falls die Gelder von Kirch ausbleiben würden, wären nach Einschätzung von Fachleuten vor allem kleinere Vereine und Zweitligisten in ihrer Existenz bedroht. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte die Fernseh-Übertragungsrechte für die Bundesligaspiele von 2000 bis 2004 Medienberichten zufolge für rund 1,53 Milliarden Euro an Kirch verkauft. Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender berichten seither nur noch in Ausschnitten über die Spiele der ersten und zweiten Liga, während bei SAT.1 und dem Bezahlsender Premiere ausführliche und zeitnahe Berichte zu sehen sind.

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