Ligastart fraglich
Fußball-Chaos in Italien: "Serie B ist pleite"

Der italienische Fußball droht immer tiefer im Chaos zu versinken. Der bereits um zwei Wochen auf Mitte September verschobene Saisonstart wird in Italien erneut in Frage gestellt. "So geht es nicht weiter", sagte Atalanta Bergamos Präsident Ivan Ruggeri, der ein weiteres Hinausschieben des Serie A-Starts für möglich hält, weil immer noch keine Verträge für das frei empfangbare Fernsehen und das Pay-TV in Sicht sind.

HB ROM. Die Zweitligaclubs diskutierten auf einer Krisensitzung am Donnerstag, ob die Serie B überhaupt starten kann. "Die Serie B ist pleite", berichtete die "La Gazzetta dello Sport" am Donnerstag.

Die Verschuldung der zweiten Liga hat sich innerhalb von nur einem Jahr auf 206 Mill. Euro vervierfacht. Während die Einnahmen von 200 auf 175 Mill. Euro gesunken sind, stiegen die Ausgaben von 313 auf 400 Mill. Euro. Grund für das enorm gestiegene Defizit sind die weggebrochenen Unterstützungszahlungen der Serie A, fehlende Fernsehverträge, gestiegene Spielerkosten, geringere Einnahmen durch Spielerverkäufe und die Abwanderung vieler Sponsoren. Die 20 Zweitligisten sind derzeit finanziell nicht in der Lage, die nächste Saison zu Ende zu spielen. "Das Geld reicht nur für ein paar Monate", berichtete die "La Gazzetta dello Sport".

Neben der ersten und zweiten Liga hatte in dieser Woche auch die dritte italienische Profi-Liga die Notbremse gezogen. Die Serie C rief für den ersten Spieltag an diesem Wochenende einen Streik aus und stellte auch den Ligastart zu einem späteren Zeitpunkt in Frage. Der Serie C fehlen vom Nationalen Olympischen Komitee Italiens (Coni) die zugesagten rund 55 Mill. Euro. Bevor dieses Geld nicht gezahlt ist, will die Liga nicht spielen. Das Coni allerdings steht selbst unmittelbar vor dem Finanzkollaps und kann die Summe nicht aufbringen.

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