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Lignum sieht sich mittelfristig als MDax-Kandidat

Der Holzmaschinenhersteller Lignum Technologie AG sieht seinen geplanten Gang an das Kleinwertesegment Smax der Deutschen Börse als Sprungbrett für den MDax und will mit dem Emissionserlös weitere Zukäufe finanzieren. "Das mittelfristige Ziel ist eigentlich der MDax", machte Vorstandschef Klaus Bukenberger in einem Interview deutlich.

Reuters STUTTGART. Mit seiner erwarteten Marktkapitalisierung und dem Streubesitz habe Lignum durchaus gute Chancen auf eine Aufnahme In den Index der 70 wichtigsten Nebenwerte. Der für den 4. Juli geplante Gang an den Kapitalmarkt werde einer der größten in diesem Jahr sein. So wird in Finanzkreisen von einer Marktkapitalisierung des Streubesitzes von über 200 Millionen Euro ausgegangen, der faire Wert der Aktien wird bei 16 Euro bis 17,5 Euro gesehen.

Die 1960 aus einer Unternehmensberatung für die Holzindustrie hervorgegangene Gesellschaft ist nach den Worten von Bukenberger mit einem Marktanteil von 24 Prozent Weltmarktführer für Maschinen für die holzbearbeitende Industrie. "Wir sind dreimal so groß wie unser nächster Wettbewerber", sagte Bukenberger. Nach dem Zusammenschluss der damaligen Konkurrenten Homag und der IMA-Gruppe zur Lignum Technologie AG Ende 1999 decke die in Schopfloch ansässige Gruppe weltweit 60 Länder ab und habe einen Auslandsanteil am Umsatz von rund 70 Prozent. Lignum wolle seinen Kunden, zum Beispiel Herstellern von Küchenmöbeln und Laminat, als Systempartner und Technologieführer alle notwendigen Maschinen zuzüglich der Dienstleistungen und der Wartung anbieten.

Mit dem Emissionserlös wolle Lignum drei strategische Unternehmensziele finanzieren, führte Bukenberger aus. So solle die Produktpalette durch gezielte Zukäufe komplettiert werden. "80 Prozent der Prozesskette können wir derzeit bedienen", verdeutlichte Bukenberger. Bei den noch fehlenden Prozessschritten des Schleifens und Pressens gebe es bereits seit längerem Gespräche über Akquisitionen. Außerdem wolle die bisher in 24 Ländern mit eigenen Niederlassungen vertretene Firma das Vertriebs- und Servicenetz ausbauen. Dazu integriere Lignum entweder Partnerfirmen oder gründe eigene Niederlassungen. Nachholbedarf gebe es in Indien und Südamerika, wo Lignum bisweilen nur in Brasilien vor Ort sei. Bei dem bereits seit vielen Jahren geplanten Gang an den Kapitalmarkt wolle Lignum nun bis zu 13,95 Millionen Stückaktien anbieten, sagte Bukenberger. Davon stammten rund 4,477 Millionen Anteile aus einer Kapitalerhöhung, knapp neuneinhalb Millionen Aktien stammten von Altaktionären. Etwa 1,76 Millionen dieser aus dem Altbesitz stammenden Aktien stünden für eine Mehrzuteilungsoption zur Verfügung. Den Löwenanteil gebe mit über sechs Millionen Aktien die Deutsche Beteiligungs AG ab, die sich damit vollständig aus dem Unternehmen zurückziehe. Nach dem Börsengang werde der Streubesitz bei rund 40 Prozent liegen, mit etwa 60 Prozent werde sich Lignum weiterhin mehrheitlich im Familienbesitz befinden.

Im laufenden Geschäftsjahr peile die Gesellschaft wie in den vergangenen zehn Jahren auch ein Umsatzplus von über zehn Prozent an, sagte Bukenberger. Das Ebit solle in diesem und in den nächsten Jahren überproportional zum Umsatz erhöht werden, die Ebit Marge solle mittelfristig auf über zehn Prozent klettern. Im Jahr 2000 hatte die Gruppe bei einer Ebit-Marge von neun Prozent rund 1,4 Milliarden Mark erlöst, 21 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Jahresüberschuss war vor der Ausschüttung an stille Gesellschafter auf 72,1 Millionen Mark verdoppelt worden.

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