Limonaden-Legende schreibt Erfolgsgeschichte
Die Sinalco wächst

"Die Sinalco schmeckt, die Sinalco schmeckt...", mit diesem Ohrwurm erreichte die kultige Limonade Anfang der 90er-Jahre noch eine Markenbekanntheit von fast 80 %, obwohl der deutsche Markt unter dem Regime der Schweizer Braugruppe Feldschlösschen längere Zeit ziemlich stiefmütterlich behandelt wurde.

"Eine gute Ausgangsposition", sagten sich die Verantwortlichen der Duisburger Getränkegruppe Hövelmann und übernahmen 1994 zunächst die deutsche Sinalco-Lizenz, während Junior Heino Hövelmann später mit Sinalco International das weltweite Geschäft inklusive der Markenrechte erwarb.

Bis dahin hatte die Marke eine wechselhafte Geschichte hinter sich. Anfang des 20. Jahrhunderts mischt der Naturheilkundler Friedrich Eduard Bilz die "Bilz-Brause" und vermarktet sie mit dem Detmolder Fabrikanten Franz Hartmann. 1905 gilt als Geburtsjahr von Sinalco, denn per Preisausschreiben finden die Produzenten einen zeitgemäßen Namen, der sich auf das lateinische "sine alcohole" - ohne Alkohol - zurückführen lässt.

Während des Zweiten Weltkriegs subsummierte die Branche unter dem Begriff "Sinalco- Industrie" gar alle deutschen Softdrink-Hersteller. Nach dem Krieg knüpfte die unverwechselbare Formflasche mit dem roten Punkt nahtlos an diese Erfolgsstory an. Erst als Sinalco in die Hände der Oetker-Gruppe und später in das Portfolio der Schweizer Feldschlösschen AG geriet, litt der Heimatmarkt. "In der einheitlichen Brunnenflasche hatte die Sinalco ihre Identität verloren", berichtet Marketingchef Heino Hövelmann. Deshalb hat das Unternehmen seit 2001 insgesamt rund 60 Mill. Euro in neue Produktionsanlagen sowie Pet-Flaschen und Kästen investiert. Der Lohn für die Bemühungen: Innerhalb weniger Jahre hat sich der Absatz in Deutschland auf etwa 80 Mill. Liter fast verdreifacht. Wobei auch Sinalco-Cola mit einem Anteil von fast 40 % im Handel eine eigene Erfolgsstory schreibt.

Auch für die Zukunft zeigen sich die Duisburger gut gerüstet: Sie testen gerade eine neue Mineralwassermarke "Aquintell", die sich die Markenbekanntheit des roten Sinalco-Punkts zu Nutze machen soll.

Es ist schon ein kleines Getränke-Imperium, was in Duisburg-Walsum im Laufe der letzten 100 Jahre entstanden ist. Unter dem Dach der Getränkegruppe Hövelmann ist die Deutsche Sinalco in die Mineralwassersparte integriert. An dem Geschäft der Rheinfels H. -Quellen Hövelmann GmbH & Co KG mit 334 Mill. Litern Absatz im Jahr 2002 beträgt der Sinalco-Anteil rund 23 %.

Zu dem Unternehmen gehören auch die Marken Rheinfelsquelle, Römerwall und Burgwallbronn. Inklusive des zweitgrößten deutschen Getränke-Logistikers und der Hausbrauerei "Brauhaus Urfels" kommen die "Hövelmänner", wie sie in der Branche genannt werden, auf einen Umsatz, der nach eigenen Angaben bei 700 Mill. Euro liegt.

Der Getränkekonzern wird von Seniorchef Hermann Hövelmann geleitet. Nichte Heidrun und Sohn Heino arbeiten bereits in führenden Positionen des Familienunternehmens. Tochter Heike leitet die Lehrlingsausbildung.

Zur Stärkung des Gastronomiegeschäfts ist Sinalco seit dem 1. Juni exklusiver Partner der Krombacher Brauerei, deren Pils die Nummer eins im deutschen Biermarkt ist. Zudem hat sich Sinalco exklusive Lieferrechte für die Arena "Auf Schalke" und die Hamburger "AOL- Arena" gesichert.

Was geschäftliche Kennzahlen angeht, ist Martin Konnerth, Geschäftsführer der Sinalco International, sehr verschwiegen - er verweist auf die Konkurrenz zu Coca-Cola, den übermächtigen Getränkekonzern aus dem US-Bundesstaat Georgia. Fest steht, dass Sinalco in 46 Ländern der Erde erhältlich ist. Das internationale Sinalco-Geschäft wird als Franchise-Modell betrieben.

Traditionell stark ist Sinalco in Bolivien, Chile und Argentinien. Länder, in denen das Unternehmen schon seit dem Beginn des letzten Jahrhunderts vertreten ist. Eine gute Position hat Sinalco auch in arabischen Ländern wie Syrien, Irak und Jemen, wo Sinalco-Cola immer noch eine willkommene Alternative zu US-Getränken bietet. Ziel von Sinalco International ist die Verbreitung des Erfrischungsgetränks in 55 Ländern - dies soll bis zum Jahr 2005 erreicht sein, dem Jahr des 100-jährigen Markenbestehens. Der Wachstumsmarkt China steht auf der Wunschliste ganz oben.

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