Linde baut Verluste aus
Technologiewerte und T-Aktie belasten Dax

Unter dem Druck deutlicher Kursverluste bei Technologiewerten und den Aktien der Deutschen Telekom hat der Deutsche Aktienindex (Dax) am Freitag schwächer geschlossen.

Reuters FRANKFURT. Das Börsenbarometer habe zwar im Wochenvergleich zugelegt, den langfristigen Abwärtstrend aber noch nicht durchbrochen, sagten Händler. Hierzu müsse der Dax nachhaltig den Widerstand bei 3 945 Punkten überwinden. Dann habe er allerdings Potenzial bis 4 600 Zähler. Die Börsianer rechneten mit einem Test der Marke von 4 000 Punkten in der kommenden Woche.

Die Aktien von Infineon führten nach schwachen Ausblicken der Konkurrenz die Verliererliste an. Unterdessen bauten die Titel von Linde ihre Vortagesverluste aus.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss am Freitag 2 % schwächer bei 3828,26 Zählern. In der abgelaufenen Woche hat das Börsenbarometer knapp 4 % an Wert gewonnen. Am Neuen Markt verlor derweil der Auswahlindex Nemax 50 0,3 % auf 516,26 Punkte, während der Nebenwerte-Index MDax fast unverändert bei 3468,92 Stellen lag. Der Dow Jones Euro Stoxx 50 der größten europäischen Aktien gab um 1,6 % auf 2822,25 Zähler nach.

An der Wall Street tendierte der Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland 1,5 % tiefer bei 8915 Stellen, während der technologielastige Nasdaq-Index 2,3 % auf 1 390 Punkte verlor.

Infineon größter Verlierer im Dax

Die Aktien von Infineon fielen um knapp 6 % auf 12,70 Euro. Die Titel litten ebenso wie die europäische Konkurrenz unter den gesenkten Gewinnprognosen zweier taiwanesischer Chip-Hersteller. Der europäische Branchenindex verlor 4 %. Die traditionell stark schwankenden Papiere des Infineon-Schwesterunternehmens Epcos gaben um 3,1 % auf 16,57 Euro nach.

Am Nachmittag gerieten auch die Aktien der Deutschen Telekom verstärkt unter Druck und sanken um 3,9 % auf 11,25 Euro. Händler begründeten dies mit Gewinnmitnahmen vor dem Wochenende. In den vergangenen Tagen hatte die T-Aktie gut sechs Prozent zugelegt.

Unterdessen verbilligten sich die Anteilsscheine von Linde um 3,6 % auf 42,45 Euro. Sie würden erneut von den schwachen Geschäftszahlen und der gesenkten Prognose des Unternehmens vom Vortag unter Druck gesetzt, sagten Börsianer.

Versicherer ebenfalls unter Druck

Die Kursverluste bei den Aktien von Allianz und Münchener Rück seien auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen, sagten Händler. Sie fielen um 4,3 % auf 142,16 Euro beziehungsweise um 1,8 % auf 195,75 Euro. Die Schäden im Zusammenhang mit der Flut in Ostdeutschland dürften die Konzerne nicht übermäßig belasten. "Jetzt klagen zwar die Versicherer, aber wenn alles vorbei ist, laufen die Betroffenen zu den Versicherern und schließen neue Policen ab", sagte ein Börsianer.

Zu den wenigen Gewinnern gehörten mit einem Plus von 3,4 % auf 12,11 Euro die Titel der Commerzbank. Händler sprachen von einer technischen Erholung.

T-Online dreht nach vorab bekannt gewordenen Zahlen ins Plus

Am Neuen Markt schlossen die Aktien von T-Online nach anfänglichen Verlusten 1,3 % fester bei 9,07 Euro. Der Internet-Anbieter hat die operative Gewinnschwelle bereits im zweiten, statt wie ursprünglich erwartet im dritten Quartal überschritten.

Unterdessen zogen die Titel von Gericom nach der Vorlage erfreulicher Geschäftszahlen um 6,2 % auf 12,45 Euro an. In Reaktion auf den Kurssprung des Vortages von mehr als 30 % verloren die Papiere von MobilCom 5,5 % auf 6,22 Euro.

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