Linde und Technologiewerte unter den Verlierern verlieren
Dax und Nemax-Indizes im Minus

Angeführt von schwächeren Technologiewerten und einer nachgebenden Linde-Aktie hat der Deutsche Aktienindex (Dax) am Donnerstag an Wert verloren, was Händler unter anderem auf Gewinnmitnahmen zurückführten. Am Neuen Markt gab der Auswahlindex Nemax rund zwei Prozent nach.

Reuters FRANKFURT. "Nachdem der Markt zuletzt sehr gut gelaufen ist, werden jetzt einige Gewinne mitgenommen", sagte ein Aktienhändler. Beispielhaft dafür seien die Kursverluste bei Linde und den Technologiewerten. Die Aktienmärkte hatten in den vergangenen Tagen wegen einiger guter Konjunkturdaten und der verhalten optimistischen Rede des US-Notenbankpräsidenten Alan Greenspan zur Lage der US-Wirtschaft stark zugelegt. Zum Wochenbeginn hatte der Dax noch bei knapp über 4700 Punkten gelegen. Jetzt kämpfe der wichtigste deutsche Kurs-Index mit der Marke von 5000 Punkten, sagten Börsianer.

Der Dax notierte am Mittag um 0,55 % unter seinem Schlusskurs vom Mittwoch bei 4933 Punkten. Am Neuen Markt gab der Blue-Chip-Index Nemax 50 2,56 % auf 1003 Zähler nach. Der MDax für mittelgroße Werte tendierte leichter bei 4348 Punkten. Am Vortag hatte der Dax noch 1,28 % und der Nemax50 2,59 % zugelegt. Die US-Börsen hatten indes uneinheitlich geschlossen.

Linde unter Druck

Auf der Seite der Kursverlierer ragten Linde-Papiere heraus, die knapp zwei Prozent auf 52,33 Euro einbüßten. Der Industriegase- und Gabelstablerkonzern hat im vergangenen Jahr trotz konjunktureller Flaute sein Ergebnis leicht gesteigert, die Analystenerwartungen allerdings leicht verfehlt. Händler sprachen vor Gewinnmitnahmen. "Eigentlich sehen die Zahlen gut aus. Ich glaube hier wird auf gute Nachrichten verkauft, um Gewinne mitzunehmen", sagte Aktienhändler Martin Siegel von Sal. Oppenheim. Seit Jahresbeginn hat Linde entgegen eines schwächeren Dax rund 15 % zugelegt.

Jeweils rund ein Prozent schwächer notierten auch die Anteilsscheine der Technologiefirmen SAP, Epcos und Siemens. Ein Börsianer sagte, auch hier komme es zu Gewinnmitnahmen. Außerdem leide der Sektor unter der schwachen Vorgabe der US-Technologiebörse Nasdaq, die am Vortag knapp ein Prozent verloren hatte.

Volkswagen nach Audi-Zahlen gefragt

Der Autohersteller Volkswagen legte knapp ein Prozent auf 54,15 Euro zu. Die VW-Tochter Audi ist auch ins Jahr 2002 mit Absatzzuwächsen gestartet. Bis Ende Februar seien nach vorläufigen Zahlen 109 600 Audi-Fahrzeuge an die Kunden ausgeliefert worden, fast 13 % mehr als in den ersten beiden Monaten 2001. "Die Audi-Zahlen sehen sehr positiv aus. Es ist gut, dass das Premium-Segment von VW weiter einen soliden Absatz aufzeigt", sagte ein Aktienhändler.

Im Mdax standen Papiere von Babcock Borsig unter Druck und verloren 7,11 % auf 8,36 Euro. Der Analgenbauer hatte am Morgen mitgeteilt, im ersten Quartal 2001/02 habe sich der Betriebsverlust auf 68 (Vorjahresquartal: 58) Mill. Euro belaufen. Der Auftragseingang im Quartal sei um 57 % auf 950 Mill. Euro zurück gegangen. Im Gesamtjahr 2001/2002 sei allenfalls mit einem ausgeglichenen operativen Ergebnis zu rechnen.

Neuer Markt: SCM und Singulus im Fokus

Am Neuen Markt ist SCM Microsystem stärker als von Analysten erwartet in die roten Zahlen gerutscht. SCM-Aktien gaben daraufhin mehr als acht Prozent auf 12,85 Euro nach. Singulus-Papiere verloren nach der Vorlage von Geschäftszahlen knapp zwei Prozent auf 29,50 Euro. Der Anlagenbauer hat vorläufigen Zahlen zufolge im Geschäftsjahr 2001 ein Nachsteuerergebnis in Höhe von 27,9 (2000: 48,6) Mill. Euro und einen Umsatz von voraussichtlich 225,5 (375,7) Mill. Euro erwirtschaftet.

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