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Linde verliert Streit um europäisches Patent für Medizingasmedikament

Der Anlagenbauer und Gasspezialist Linde hat den Streit um das europäische Exklusivpatent für das Medizingasmedikament Inomax verloren.

dpa-afx WIESBADEN. Der Anlagenbauer und Gasspezialist Linde hat den Streit um das europäische Exklusivpatent für das Medizingasmedikament Inomax verloren. Das Europäische Patentamt habe das europäische Patent für das seit 2002 in Europa vertriebene Produkt für unwirksam erklärt, teilte das Unternehmen am Dienstag in Wiesbaden mit. Linde-Chef Wolfang Reitzle hatte vergangene Woche gesagt, dass ein Verlust des Patents das Unternehmen betriebswirtschaftlich nicht besonders treffen werde.

Im Geschäftsbericht 2003 hatte Linde in Europa mit dem Angebot Inotherapy, zu dem Inomax gehört, für das laufende Jahr einen Umsatz in zweistelliger Millionehöhe prognostiziert. 2003 war der Inotherapy-Umsatz weltweit bereinigt um Währungseffekte um 22 Prozent auf 104 Mill. Euro gestiegen. Der Gesamtumatz der Linde Gas-Sparte Healthcare hatte im vergangenen Jahr 575 (2002: 570) Mill. Euro betragen. Der Linde-Gesamtumsatz betrug im vergangenen Jahr 8,992 Mrd. Euro nach 8,726 Mrd. Euro in 2002.

Markt IN Zukunft FÜR Andere Unternehmen Offen

Das Gas wird zur Behandlung von Lungenproblemen eingesetzt. Linde hat die Zulassung für die USA und Europa. Im europäischen Markt macht Linde nach eigenen Angaben von vergangener Woche mit Inomax keinen Gewinn, in Deutschland liege der Umsatz gerade einmal bei einer Million Euro. In den USA verdiene man mit dem Gas dagegen gut, sagte Reitzle. Allerdings hatte das Unternehmen 200 Mill. Euro für die Entwicklung ausgegeben.

Das Patent war nach Unternehmensangaben im September 1997 der General Hospital Corporation, Boston (USA) erteilt worden. Als weltweit exklusiver Lizenznehmer dieses Patents vertreibe Linde über ihre Tochtergesellschaft INO Therapeutics Inc. das Produkt Inomax als Teil des umfassenderen Angebots Inotherapy seit 1999 in den USA und seit 2002 in Europa.

Nach dieser Entscheidung könne jeder Anbieter in Europa Kliniken mit Stickstoffmonoxid beliefern, sofern das Produkt den Anforderungen der europäischen Arzneimittel- und Gesundheitsbehörden hinsichtlich Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit entspricht und eine behördliche Zulassung vorliegt. "Zurzeit ist das Linde-Produkt Inomax das einzige Gasegemisch, das diese Anforderungen europaweit erfüllt", hieß es in der Mittelung.

Entscheidung Kann Nicht Mehr Angefochten Werden

Inomax ist Linde-Angaben zufolge weltweit das erste Gasegemisch, für das die zuständigen Behörden in den USA und in Europa die Zulassung als Medikament erteilt haben. "Mit der Entscheidung vom Dienstag wurde einem Einspruch der Industriegaseunternehmen Air Products (USA) und L'Air Liquide SA (Frankreich) stattgegeben. Diese Entscheidung ist endgültig und kann nicht mehr angefochten werden", teilte Linde mit. "Sie gilt ausschließlich für Europa.

Gegen die Erteilung des Europäischen Patents hatte Air Products bereits 1998 Einspruch eingelegt. Dieser wurde mit Entscheidung des Europäischen Patentamts vom 19. Februar 2001 abgewiesen. Dagegen hatten Air Products und in der Folge Air Liquide Beschwerde eingelegt.

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