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Linux in den starken Armen von IBM

IBM rührt mal wieder die Werbetrommel - für eigene Produkte und für Linux.

"IBM reißt die Barrieren zwischen Linux und Unix ein." So verlautete es gestern wortgewaltig aus dem IBM-Hauptquartier. Mit der neuen Generation des Unix-Betriebssystems AIX 5L verschafft IBM den Linux-Jüngern Zutritt zum Allerheiligsten, denn mit ein paar Handgriffen können Linux-Anwendungen nun auch auf dem IBM-eigenen AIX-Unix-Betriebssystem lauffähig gemacht werden. Einen Werkzeugkasten mit mehr als 200 Open Source Tools liefert IBM gleich mit.

Nach der bereits erfolgten Öffnung der Großrechner der neuen Z-Modellreihe und der IBM-Datenbanken für Linux befinden sich Linux und IBM jetzt endgültig in einer sehr innigen Umarmung. Und so preist IBM die Vorteile der neuen Software an, als spräche der Linux-Erfinder Linus Torvald persönlich: Diese Programme werden sämtliche Konkurrenzprodukte um Längen schlagen, ist sich der zuständige IBM-Produktmanager Rod Adkins sicher. Sicherheit und Skalierbarkeit des alten Unix könnten nun mit der Open Source Flexibilität vereint werden.

Big Blue hat sich damit endgültig der wachsenden Schar derer angeschlossen, die überzeugt sind, mit offenen Systemen die Zukunft im Internet besser meistern zu können.

Ist das nun die perfekte Symbiose oder lässt IBM geschickt ein ganzes Heer unabhängiger Programmierer für sich arbeiten? Manchen Kritikern geht diese Umarmung schon zu weit, doch noch droht keine ernsthafte Gefahr, noch hat IBM nicht versucht, Teile des öffentlichen Programmcodes zu verändern und in Firmenbesitz zu überführen. Was die Gnu General Public Licence GPL, das "Copyleft" der Open Source, auch gar nicht zulassen würde. Im Gegenteil, die Breite möglicher Anwendungen für Linux wird mit jedem dieser Schritte vergrößert, und - Linux kuschelt auch mit anderen Großen der Branche. Oracle, SAP und andere werden schon darauf achten, dass aus der Beziehung IBM-Linux keine Heirat wird.

Schreiben Sie dem Autor: j.endert@vhb.de

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