Linux macht Microsoft in Unternehmensnetzen Konkurrenz
Firmen setzen zunehmend freie Software ein

Das Betriebssystem Linux bleibt im Bereich der Software für Netzwerkrechner (Server) der größte Konkurrent von Microsoft. Nach Einschätzung des Marktforschungsinstituts IDC liegt der Marktanteil von Linux bei Server- Betriebssystemen inzwischen bei 27 Prozent, während Microsoft rund 40 Prozent der Server-Betriebsysteme stellt.

Doch steigt die Zahl der Unternehmen, die sich als Basissoftware im Netzwerk für Linux statt für Microsoft entscheiden. So ist beispielsweise die deutsche Versicherungsgesellschaft Debeka derzeit dabei, bundesweit rund 3 000 Arbeitsplatzrechner in 230 verschiedenen Geschäftsstellen auf Linux umzustellen. "Künftig werden unsere gesamten Anwendungsprogramme von der Vertragsaufnahme bis zu Inkassoauskünften in einem Internetbrowser aufgerufen", beschreibt IT-Leiter Karl Heinz Toussaint die Umstellung. Neben den im Vergleich zu Microsoft geringeren Kosten - für das Betriebssystem werden keine Lizenzgebühren fällig - war für die Debeka ausschlaggebend, dass das Betriebssystem besser an die Erfordernisse der Internet-Anwendungen angepasst werden kann.

Im Gegensatz zu Microsoft ist Linux eine so genannte Open-Source-Software, deren Programmcode frei zugänglich ist und verändert werden darf. Einzige Bedingung: Die Ergebnisse müssen allen Linux-Nutzern wiederum zur freien Verfügung stehen.

Ein weiterer Grund für die wachsende Beliebtheit von Linux ist die zunehmende Unterstützung durch Hardwarehersteller wie IBM, Dell, Hewlett-Packard oder Compaq. So will allein IBM eine Milliarde Dollar in die weitere Entwicklung von Linux investieren und künftig alle IBM-Serverbaureihen mit Linux ausstatten. Um Service und Installation zu vereinfachen, wird die Nürnberger Suse Linux AG Linux nach Informationen des Handelsblatts künftig IBM-Softwareprodukte für Linux vertreiben - so die Datenbank DB2 oder die E-Business-Plattform Websphere. Nachdem auch betriebswirtschaftliche Standardsoftware von SAP oder Oracle für Linux angepasst wurden, setzen Unternehmen die freie Software nicht nur für Mail- und Internetserver ein, sondern betreiben zunehmend auch leistungsstärkere Programm- und Datenbankserver unter Linux.

Bereits zwei von fünf deutschen Unternehmen setzen Linux ein. "Mit jährlichen Zuwachsraten von 25 Prozent ist Linux das am schnellsten wachsende Betriebssystem im Serverbereich", sagt Johannes Nussbickel, Vorstandvorsitzender der Suse Linux AG.

Allerdings sind Großinstallationen wie bei der Debeka nicht an der Tagesordnung. Vielmehr gilt sie als Testfall für den Einsatz von Linux bei Behörden und öffentlichen Einrichtungen. So ist im Deutschen Bundestag eine hitzige Diskussion darüber entbrannt, ob Linux im nächsten Jahr Microsoft-Programme auf den 5 000 Rechnern des Parlaments ersetzen soll.

Gab sich der Softwareriese aus Redmond gegenüber der Linux-Konkurrenz bislang eher gelassen, steigt nun bei Microsoft offenbar die Furcht vor dem Verlust von Großkunden in der Verwaltung. So berichtet die Zeitschrift Computerwoche über "massives Lobbying" von Microsoft bei Bundestagsabgeordneten. Wenig Boden konnte Linux dagegen unter privaten PC-Anwendern gut machen. Obwohl eine komplette Büroanwendungssoftware unter Linux bereit steht, liegt deren Marktanteil bei bescheidenen fünf Prozent.

Auf dem heute in Frankfurt beginnenden dreitägigen Kongress "Linux World", zu dem rund 12 000 IT-Experten aus aller Welt erwartet werden, stehen deshalb weiterhin Lösungen für Unternehmen im Mittelpunkt.

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