Lipskys Weltsicht
Das Ende des Winters

Nun hat der Frühling auch offiziell begonnen. Betrachtet man den US-Markt, dann könnte man allerdings meinen, die Anleger hätten das Ende des Winters schon in der vergangenen Woche gefeiert.

Bei der Mehrzahl der Investoren bilden sich drei Grundüberzeugungen heraus: Zum Ersten hat sich die Inflationsangst etwas abgeschwächt, da es nicht zu neuen Spitzen bei den Energiepreisen gekommen ist. Zum Zweiten ist die geldpolitische Ausrichtung der Notenbank schon leicht restriktiv. Und drittens sind die Risiken für Wachstum und Preisstabilität der US-Wirtschaft nun besser ausbalanciert: Zinssensitive Bereiche wie der Immobiliensektor haben sich abgeschwächt, während sich frühere Warnungen vor einem abrupten Anstieg der Kerninflation Anfang 2006 als falsch herausgestellt haben.

Der maßvolle Anstieg des Verbraucherpreisindexes im Februar hat dazu beitragen, dass die Zinssätze für alle Laufzeiten zurückgegangen sind. Die Investoren fragen sich nun, wie weit die Notenbank (Fed) in den kommenden Monaten die Leitzinsen noch erhöht. Falls die Fed den Satz am 28. März wie erwartet von 4,5 auf 4,75 Prozent anhebt, dann wird die Renditekurve bei den Staatspapieren flach verlaufen oder eine leichte Inversion aufweisen, d.h. die Renditen der Langläufer werden niedriger sein als die der Titel mit kürzeren Laufzeiten.

Bei diesem Szenario werden viele Anleger zweifellos befürchten, dass die Fed zu weit gegangen ist. Daher kommt es nicht überraschend, dass Vertreter der Notenbank jetzt signalisieren, die Serie der Zinserhöhungen neige sich ihrem Ende zu. Am allerwichtigsten wird am 28. März allerdings der Kommentar des für die Geldpolitik zuständigen Offenmarktausschusses der Fed sein, der die Zinsentscheidung begleitet.

Natürlich hat nicht nur die Aussicht auf stabile Zinsen der Notenbank den US-Aktienmarkt auf ein neues Hoch getragen, wie es seit 52 Wochen nicht mehr verzeichnet worden war. Ebenso maßgeblich hierfür ist der ausgeprägte Konsens darüber, dass das Wachstum der US-Wirtschaft solide bleibt, während die Inflation sich weiter stetig entwickelt. Und der damit verbundene günstige Ausblick für die Unternehmensgewinne ist den Marktteilnehmern auch nicht entgangen.

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