Lipskys Weltsicht: Die Kurve fest im Blick

Lipskys Weltsicht
Die Kurve fest im Blick

Die erste Woche des neuen Jahres ist für die US-Finanzmärkte sehr bedeutsam. Die Veröffentlichung aufschlussreicher Konjunkturdaten wird den Investoren dabei helfen, die Stärke der Wirtschaft einzuschätzen.

HB DÜSSELDORF. Dazu zählen der Arbeitsmarktbericht für Dezember, der Kfz-Absatz, die Umfragen unter den US-Einkaufsmanagern und das Protokoll über die Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank Federal Reserve im Dezember. Die jüngsten Rückgänge der Renditen lang laufender US-Anleihen deuten darauf hin, dass sich sowohl die Wachstumsaussichten als auch der Inflationsdruck gegen Ende des Jahres verringert haben.

Die Diskussionen an den Finanzmärkten haben sich zuletzt auf die flache Renditekurve der US-Staatsanleihen konzentriert. Ende vergangener Woche lagen die Renditen sowohl der zweijährigen als auch der zehnjährigen Treasuries bei 4,39 Prozent – für manche Marktteilnehmer ist diese flache Renditekurve als Signal für größere Rezessionsrisiken zu werten.

Die Renditekurve als primäres Barometer für die Konjunktur-Aussichten einzusetzen, erscheint allerdings aktuell nicht überzeugend. Die Rendite zehnjähriger Treasuries unterscheidet sich derzeit kaum von dem Ende 2003 und 2004 erreichten Niveau – wenig überraschend, wenn man bedenkt, dass auch die Kerninflation seit Ende 2003 relativ stabil geblieben ist.

Daher ist der Anstieg der Kurzfristzinsen im Vergleich zu den langfristigen Bond-Renditen in allererster Linie das Ergebnis der Zinsanhebungen durch die Federal Reserve. Genauer gesagt: Die Notenbank hat den Zielsatz für Fed Funds erhöht, obwohl die Kerninflation mit den eigenen Zielen der Fed vereinbar bleibt.

Wenn die Renditen der Langläufer in den kommenden Wochen nicht deutlich steigen, würde eine erneute Zinserhöhung durch die Notenbank den Fed-Funds-Satz über die Rendite zehnjähriger Bonds treiben. In der Vergangenheit galt dies als klares Zeichen für eine restriktive Politik der Notenbank.

Schon im November schienen sich die Währungshüter nicht ganz sicher zu sein, wann der richtige Zeitpunkt für ein Ende der Zinserhöhung sei. Die in dieser Woche anstehenden Konjunkturdaten werden den Notenbankern eine Entscheidungshilfe geben, ob eine Änderung der Geldpolitik schon in diesem Monat angemessen ist.

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