Lipskys Weltsicht
Die Worte der Fed

Worte und Taten der US-Notenbank Federal Reserve sowie neue Wirtschaftsdaten haben die Anleger zuletzt etwas aufatmen lassen: Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen sind auf 4,43 Prozent gesunken, der Aktienmarkt hat sich erholt.

DÜSSELDORF. Darüber hinaus haben die Währungshüter am 13. Dezember in ihrer Stellungnahme zur Geldpolitik indirekt eine mögliche Pause der Zinserhöhungen angedeutet.

Die Entscheidung des für die Geldpolitik zuständigen Offenmarktausschusses FOMC, den Zielsatz für Fed-Funds um 25 Basispunkte auf 4,25 Prozent anzuheben, war allgemein erwartet worden. In der den Zinsschritt begleitenden Erklärung beschrieben die Notenbanker die Geldpolitik allerdings nicht mehr als „dem Konjunkturverlauf entgegenkommend“. Stattdessen werden künftige Schritte in den Kontext der Gefahr einer sich beschleunigenden Inflation gestellt. Zwar legen die Währungshüter in ihren Anmerkungen nahe, dass eine neuerliche Zinserhöhung Ende Januar wahrscheinlicher ist als ihr Ausbleiben. Gleichzeitig deuten sie aber an, dass beunruhigende Konjunkturdaten auftauchen müssten, um neue Schritte zu rechtfertigen.

Am Donnerstag, wenn der Verbraucherpreisindex in der Kernberechnung für November veröffentlicht wird, ist damit kaum zu rechnen. Dieses von der Fed bevorzugte Inflationsbarometer dürfte im Monatsvergleich lediglich um 0,1 oder 0,2 Prozentpunkte gestiegen sein. Für die vergangenen zwölf Monate wird sich damit wahrscheinlich ein Plus um 1,7 oder 1,8 Prozente ergeben. Bisher hat der kräftige Anstieg der Energiepreise am Anfang des Jahres die Kerninflation also nicht nach oben gedrückt.

Gleichzeitig zeigen sich bereits klare Anzeichen für eine nachlassende Nachfrage nach Immobilien und Autos. Die Konsumausgaben im vierten Quartal werden sich vermutlich real um weniger als ein Prozent ausdehnen. Die Renditekurve bei den Treasuries ist ungewöhnlich flach geworden – und legt damit nahe, dass die Politik der Notenbank leicht restriktiv sein könnte.

Die Stärke der Ausgabentrends im Weihnachtsgeschäft wird den nächsten Hauptindikator für die amerikanischen Finanzmärkte liefern. Sollte der Ausgabenzuwachs mäßig bis schleppend ausfallen, dann werden die Zweifel der Investoren zunehmen, ob eine neuerliche Zinserhöhung notwendig ist.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%