Lipskys Weltsicht
Neue Aufgabe beim IWF

Bedauerlicherweise ist dies meine letzte wöchentliche Kolumne über die amerikanische Wirtschaft und die US-Finanzmärkte für das Handelsblatt.

Wie in der vergangenen Woche bekannt gegeben worden ist, wurde ich als Erster Stellvertretender Managing Director des Internationalen Währungsfonds (IWF) nominiert. Daher werde ich meine Position bei JPMorgan aufgeben und meine Arbeit beim IWF beginnen.

Unter der Führung von Rodrigo de Rato hat der Währungsfonds einen strategischen Kurswechsel vorgenommen mit dem Ziel, effektiver zu arbeiten. Bei diesem Vorhaben werde ich ihn unterstützen. Der IWF ist eine einzigartige internationale Institution, die oft völlig verkannt wird. Er hat eine Schlüsselrolle dabei gespielt, den größten wirtschaftlichen Fortschritt der Geschichte in Gang zu bringen. Die Herausforderung liegt nun darin, alles zu tun, um diesen Fortschritt dauerhaft abzusichern und auszuweiten, damit ein größerer Teil der Weltbevölkerung davon profitieren kann.

Die „Articles of Agreement“ - also die Verfassung des Währungsfonds – bilden die rechtliche Grundlage eines internationalen Finanzsystems, das multilateral ist und niemanden ausschließt. Der Fonds hat ein internationales System geschaffen, das auf der Rechtsstaatlichkeit basiert und allgemein anerkannt ist. Zusammen mit dem Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommen GATT (jetzt die Welthandelsorganisation WTO) hat der IWF die Fundamente für die Expansion des Welthandels gelegt, der dazu beigetragen hat, dass Deutschland und andere Länder zu einem nie zuvor gekannten Wohlstand gelangt sind.

Heute muss die Verantwortung des IWF, Stabilität und Wachstum zu fördern, angepasst werden, um neue Teilnehmer, die Ausweitung der globalen Kapitalflüsse und den zunehmenden Austausch von Dienstleistungen zu berücksichtigen. Es werden neue Ansätze zur Prävention und Bekämpfung von Krisen gebraucht. Für die Regierungen muss ein Forum geschaffen werden, um globale wirtschaftliche und finanzielle Angelegenheiten zu besprechen.

Wie Sie sehen, wartet wichtige Arbeit auf uns. Ich freue mich auf die neuen Herausforderungen, aber ich werde mein wöchentliches Treffen mit Ihnen, den Lesern des Handelsblatts, vermissen.

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