Lipskys Weltsicht
Positive Signale

Die amerikanischen Finanzmärkte haben sich seit Mitte 2005 positiv entwickelt. In diesem Zeitraum sind US-Aktien um fast zehn Prozent geklettert, die Anleiherenditen sind nicht aus den jüngst verzeichneten Handelsspannen ausgebrochen, und der Dollar hat sich etwas verteuert.

Diese Ergebnisse erscheinen plausibel, wenn man sie ins Verhältnis zu den wichtigsten volkswirtschaftlichen Kennzahlen setzt. Eine solide Entwicklung im laufenden Quartal vorausgesetzt, ist die Wirtschaft seit Mitte 2005 um durchschnittlich mehr als vier Prozent auf Jahresbasis gewachsen. Gleichzeitig ist die Kerninflation unter zwei Prozent geblieben.

Aus einer umfassenderen Perspektive betrachtet, könnten die erfreulichen Marktergebnisse allerdings überraschend erscheinen. Schließlich sind die Energie- und Rohstoffpreise kräftig gestiegen. Das US-Leistungsbilanzdefizit hat Rekordhöhen erreicht, während die Sparquote auf einem historischen Tiefststand liegt.

Darüber hinaus haben sich die geopolitischen Risiken augenscheinlich verdichtet. Die politischen Initiativen der US-Regierung haben an Kraft verloren, während die Kosten, die durch den Krieg im Irak und die Folgen des Wirbelsturms „Katrina“ verursacht wurden, den Fortschritt beim Abbau des Etatdefizits zumindest in diesem Jahr bremsen.

Die positive Entwicklung der Finanzmärkte spiegelt deshalb vor allem eines unzweifelhaft wider: die entscheidende Bedeutung der Glaubwürdigkeit. Die Investoren gehen davon aus, dass sich die US-Unternehmen rasch anpassen werden, um ihre Rentabilität angesichts veränderter Rahmenbedingungen aufrechtzuerhalten. Ein starkes Wachstum der Produktivität ist ein maßgebliches Element, um die Erwartungen der Anleger zu untermauern. Ferner sind die Nettovermögen der privaten Haushalte so hoch wie noch nie, dazu kommen solide Einkommenszuwächse. Beides deutet auf anhaltend hohe Verbraucherausgaben hin.

Maßgeblich für die optimistischen Aussichten ist auch die Überzeugung der Anleger, dass die Teuerung niedrig bleibt. Morgen werden die jüngsten Daten des PCE-Preisindex für die Ausgaben des persönlichen Verbrauchs veröffentlicht. Dieses von der Fed bevorzugte Inflationsbarometer dürfte in der Kernberechnung für Januar zeigen, dass der Preisanstieg weiter unter zwei Prozent verharrt.

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