Lipskys Weltsicht: Schwieriger Durchblick

Lipskys Weltsicht
Schwieriger Durchblick

Die Entwicklungen in der amerikanische Wirtschaft und an den Märkten ergeben kein schlüssiges Gesamtbild. Auch die jüngsten Konjunkturdaten haben keine neuen Erkenntnisse gebracht. Dennoch sind die Aktienkurse eingebrochen; der S&P-500-Index liegt nur noch um 1,1 Prozent über dem Schlussstand von 2005.

Gleichzeitig haben sich die Renditen der zehnjährigen Treasuries mit 4,35 Prozent im Wochenvergleich nicht von der Stelle bewegt.

Es ist natürlich leicht, Erklärungen für die Schwäche des Aktienmarkts zu finden. Denn die Rohölpreise bewegen sich wieder auf die Höchststände des Jahres 2005 zu. Und die Quartalsberichte führender amerikanischer Unternehmen enttäuschten die Investoren, auch wenn es so scheint, dass die Gewinne im vierten Quartal insgesamt ein Rekordhoch erreichen. Vielleicht sorgen sich die Anleger zunehmend um zwei Faktoren: die Aussichten für das Wirtschaftswachstum und für die Unternehmensgewinne. Hinzukommt, dass etwa mit Blick auf den Atomstreit mit dem Iran die geopolitischen Risiken zunehmen. Doch bleibt in diesem Fall die Frage, warum der Anleihemarkt davon nicht betroffen sein sollte.

Die Konjunkturdaten waren im Zeitraum Dezember und Januar seit jeher schwierig zu interpretieren. Klar ist, dass sich das Wachstum des US-Bruttoinlandsprodukts im letzten Quartal 2005 deutlich abgeschwächt hat. Zum einen haben die hohen Energiepreise das reale Wachstum des privaten Verbrauchs gedämpft, zum anderen schwächelt der Immobiliensektor. Es spricht aber wenig für eine lang anhaltende Schwäche im Konsumbereich, so lange sich der Arbeitsmarkt und die Einkommen positiv entwickeln. Es gibt also kaum Gründe für ernste wirtschaftliche Folgen. Zudem steigt die Rentabilität der Unternehmen noch immer und zwar trotz höherer Energiepreise und nahezu unveränderter Endverbraucherpreise.

Aber es gibt auch kaum Anzeichen dafür, dass sich das Wachstum schnell wieder erholt, oder der Inflationsdruck steigt. Dies ergab auch der Konjunkturbericht der US-Notenbank (Fed). Trotzdem erwarten die Investoren eine weitere Zinserhöhung in den USA am 31. Januar. Dafür fehlt die Rechtfertigung. Denn die unklaren Konjunkturdaten sprechen eher für eine vorsichtige Haltung der Fed.

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