Liquiditätsgetriebene Hausse erwartet
Banken halten Kursrückgänge für übertrieben

Die Banken halten die rapiden Kursverluste an den Börsen für übertrieben. Übereinstimmend werteten die Institute in ihren Börsenberichten die Rückgänge als Gegenreaktion auf die zu starken Kursanstiege des Frühjahres. Für die Bankgesellschaft Berlin hat es den Anschein, als würden die Anleger bereits eine harte Landung der US-Konjunktur einpreisen, obwohl es dazu keine klaren Hinweise gebe.

Berlin (ddp). Beinah einer Ankündigung zur Zinssenkung komme es gleich, dass US-Notenbankchef Alan Greenspan die konjunkturellen Risiken nun höher gewichte als die Inflationsgefahr. Deshalb erwartet die Bankgesellschaft im Januar den ersten Zinssenkungsschritt, ein weiterer könnte im März folgen. Die Europäische Zentralbank werde sich diesem Schritt bis weit in das kommende Jahr hinein jedoch nicht anschließen, prognostiziert die GZ-Bank.

Einig sind sich die Banken auch darin, dass die Gefahr einer harten Landung der US-Konjunktur gering sein dürfte, da die Notenbank genügend Mittel besitze, um zu starke Rückgänge abzufedern. Sinkende Zinsen dürften nach Meinung der Commerzbank die US-Börsen wieder beflügeln, wovon auch die europäischen Wertpapiermärkte profitieren dürften, zumal hierzulande die konjukturellen Rahmenbedingungen und das Gewinnwachstum der Unternehmen besser seien als in den Vereinigten Staaten. Auf Jahrsesicht erwartet die Commerzbank den DAX bei rund 8.100 Punkten - ein Plus von nahezu einem Drittel.

Die Berenberg Bank rechnet auf Grund der übertriebenen Kursverluste bei Technologieaktien für den Jahresanfang mit einer liquiditätsgetriebenen Hausse. Die High-Tech-Werte dürften wieder zu den Outperformern gehören. Auch für Finanzwerte mit Ausnahme der Versicherungen ist die Hamburger Bank positiv gestimmt. Die Pharmawerte hingegen seien hoch bewertet und würden sich unterproportional entwickeln. Dem stimmt auch die Bankgesellschaft zu, die den Pharmasektor von "positiv" auf "neutral" abstuft.

Die GZ-Bank rät zu ausgewählten Titeln und hält Bayer für aussichtsreich, während die Bankgesellschaft Preussag von "Akkumulieren" auf "Kaufen" hochstuft. Die Vereins und Westbank - sieht vor allem viele Titel des Neuen Marktes als niedrig bewertet an. Hier böten sich mittel- bis langfristig orientierten Anlegern Einstiegsmöglichkeiten, sobald sich der Sturm gelegt habe. Die Privatbank Hauck & Aufhäuser hingegen rechnet für die am Neuen Markt notierten Medienwerte mit weiteren Gewinnwarnungen und Korrekturen der Gewinnschätzungen. Deshalb sollte diese gesamte Branche untergewichtet werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%