Liquiditätsprobleme
Gigabell will sich auf Europa konzentrieren

Die Gigabell AG will sich künftig auf ihre Kernprodukte im mitteleuropäischen Raum konzentrieren und trennt sich daher von der amerikanischen Lightning Internet Services LLC.

rtr FRANKFURT. Die Gigabell AG will sich künftig auf den mitteleuropäischen, insbesondere den deutschsprachigen Raum, sowie auf ihre Kernprodukte konzentrieren und trennt sich daher von der Lightning Internet Services LLC. Durch den Verkauf der amerikanischen Firma entstehe zwar ein Umsatzausfall im Gesamtjahr von 15 Mill. DM, sagte Thilo Stasser, seit dem 1. September neuer Vorstand des Telekommunikations-Unternehmens. Zugleich müsse Gigabell aber auch den erwarteten operativen Verlust von 3 Mill. DM nicht übernehmen.

Weitere Einsparungen ergeben sich laut Stasser daraus, dass die geplanten Investitionen bei Lightning in Höhe von etwa neun Mill. DM nun doch nicht anfielen. Diese Summe solle nun in die Kernprodukte von Gigabell investiert werden. Um welche Produkte es sich dabei handelt, konnte Stasser nicht beantworten. "Sie seien noch nicht abschließend festgestellt", sagte er. Derzeit werde das gesamte Produktangebot der Gigabell AG hinsichtlich Profitabilität auf den Prüfstand gestellt. In diesem Zusammenhang werde auch entschieden, welche der verbleibenden Beteiligungen in Spanien, Österreich und England noch zum Unternehmen passten. Gigabell wolle sich auf die Produkte mit der höchsten Profitabilität konzentrieren, um damit den Turn-Around zu erreichen. "Es ist denkbar, dass wir uns von einer oder mehreren Tochtergesellschaften trennen oder sie alle behalten", sagte Stasser.

Erst im Januar dieses Jahres hatte Gigabell die US-Gesellschaft Lightning für 6,9 Mill. Euro von deren Gründern gekauft. Die Transaktion sei in Form von Aktien finanziert worden, sagte Stasser. Dieser Vertrag werde jetzt wieder rückabgewickelt. Damit gehe Lightning wieder in den Besitz der ehemaligen Gesellschafter über.

Die am Frankfurter Neuen Markt gelistete Gigabell AG hatte Anfang Juli Liquiditätsprobleme eingeräumt. In der vergangenen Woche hatte das Unternehmen dann einen Vertrag mit einer angelsächsischen Investorengruppe abgeschlossen und sich damit einen Kapitalzufluss von rund 48 Mill. DM durch eine Kapitalerhöhung gesichert. Stasser sagte, dass es sich bei diesem Investor um eine Firma namens Costingham handele, wollte sich dazu jedoch nicht näher äußern.

Der Aktienkurs von Gigabell präsentierte sich am Montagnachmittag bei festem Marktumfeld schwächer. Gegen 14.20 Uhr MESZ notierten die Papiere 0,60 % im Minus bei 16,50 Euro.

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