Liste der potenziellen Partner ist kurz
DAB Bank sucht Partner

Die Münchener DAB Bank will nach den Worten von Vorstandssprecher Matthias Kröner zu einer der zwei größten europäischen Direktbanken aufsteigen und führt dazu bereits Gespräche mit mehreren potenziellen Partnern. Eine Fusion oder eine Übernahme schloss Kröner nicht aus.

rtr MüNCHEN. "Mit CortalConsors entsteht ein paneuropäischer Anbieter. Am Ende des Tages wird es in diesem Markt nur zwei europäische Player geben. Der andere werden wir sein", sagte Kröner am Freitag in einem Reuters-Interview. Die französische Bank BNP Paribas hatte jüngst die Übernahme des Nürnberger Online-Brokers Consors angekündigt und wird dadurch mit Abstand Europas Marktführer mit 1,2 Mill. Kunden. Die am Neuen Markt notierten DAB-Aktien tendierten am Freitagnachmittag mit 1,6 % im Plus bei 8,26 ?.

Die Gespräche mit mehreren international aufgestellten Partnern seien noch in einem frühen Stadium, trotzdem rechne er mit Ergebnissen noch in diesem Jahr, sagte Kröner. Namen nannte er nicht. "Die Liste wird aber immer kürzer", sagte er. "Der Idealpartner wäre ein Unternehmen, das mindestens in einem Markt einen starken Auftritt hat, in dem wir Optimierungspotenzial haben." Mit der Muttergesellschaft HypoVereinsbank sei die DAB außerdem in Verhandlungen über die Übernahme der österreichischen HVB-Tochter Direktanlage.at, mit 25 000 Kunden Marktführer in Österreich. Ein Ergebnis erwartet Kröner noch im Sommer.

Kröner schließt Kapitalverflechtung nicht aus

Die DAB Bank hat nach der Übernahme des französischen Anbieters Selftrade im Jahr 2000 mit 50 000 Kunden schon ein Standbein in Frankreich und ist in Großbritannien, Spanien und der Schweiz aktiv. In Italien hat die DAB Bank ihre Aktivitäten geschlossen. Im ersten Quartal hatte die Bank zwei Drittel ihrer Neukunden außerhalb Deutschlands hinzugewonnen. Mit 558 000 Kunden ist die DAB die drittgrößte Direktbank in Europa.

"Meine Vision ist es, die DAB Bank als einen wirklich paneuropäischen Player zu stärken", sagte Kröner. Mit internationalen Partnern könne die DAB am schnellsten ihre Marktposition ausbauen. Bei einer Partnerschaft schloss Kröner eine gesellschaftliche Verflechtung und damit eine Übernahme oder eine Fusion nicht aus. "Für uns sind alle Lösungen denkbar, die uns zum Ziel bringen." Auszuschließen sei jedoch eine Minderheitsbeteiligung. Teil der Internationalisierungsstrategie sei auch die Schaffung einer einheitlichen IT-Plattform. "Nur so kann man zum Innovationstreiber werden, Standards setzen und einen erträglichen Kostenblock generieren."

Liste der potenziellen Partner ist kurz

Weitere Online-Broker mit europäischer Aufstellung sind außer der DAB-Bank noch Marktführer Comdirect, sowie die Tochter der französischen Bank Societe Generale, Fimatex, die Prudential-Tochter Egg und die US-Onlinebank Charles Schwab. Die Commerzbank-Tochter Comdirect hat ihre defizitären Töchter in Italien und Frankreich geschlossen beziehungsweise verkauft und ist nun neben Deutschland nur noch Großbritannien aktiv. Fimatex hat rund 110 000 Kunden, davon 30 000 in Deutschland. Egg ist die größte Internetbank in Großbritannien und zählt 2,1 Mill. Kunden.

Die DAB Bank hatte im vergangenen Jahr wegen Firmenwertabschreibungen auf die Tochter Selftrade einen Vorsteuer-Verlust von rund 229 Mill. ? verbucht und rechnet auch im laufenden Jahr noch mit Verlusten. Die HypoVereinsbank hält gut 65 % an der DAB.

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