Liste der Sponsoren wie das „Who is Who?“ der Finanzszene
Alle Hüte fliegen hoch!

Manager und Berater, die global agieren, müssen sowohl von Wirtschaft als auch von Recht Ahnung haben. Das neu gegründete Frankfurter "Institute for Law and Finance" bietet ein maßgeschneidertes Aufbaustudium an - unterstützt von deutschen Top-Unternehmen und Banken.

Sabri Abarkans Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen. Sein Traumjob? "Bei der Weltbank die Kreditvergabe für Entwicklungsländer verhandeln." Andere Wunscharbeitgeber des 28-jährigen Diplom-Ökonomen: Internationaler Währungsfonds, Vereinte Nationen, Welthandelsorganisation.

Um sich für diese Jobs zu qualifizieren, legte sich der Düsseldorfer mit marokkanischen Eltern kräftig ins Zeug: Er studierte Wirtschaft an der Privatuni Witten-Herdecke und war Gaststudent in Hongkong und Berkeley. Nebenbei gründete er eine eigene IT-Firma. Trotzdem sieht der umtriebige Akademiker Defizite: "Die rechtliche Ausbildung, die man für solche Jobs braucht, kommt im Wirtschaftsstudium einfach zu kurz."

Problem erkannt, Problem gebannt - Abarkan fand einen Ausweg aus der Situation. Heute ist er einer der ersten Studenten des neu gegründeten "Institute for Law and Finance" (ILF) der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt.

Startschuss im Oktober

In zwei Semestern bereiten sich die berufserfahrenen Juristen, Manager und UnternehmensberaterWirtschaftswissenschaftler auf Top-Aufgaben in Wirtschaft und Finanzbranche vor. Schwerpunkte des einjährigen Studienganges sind: Kapitalmarkt-, Bank- und Währungsrecht. Als Abschluss des Aufbaustudiums winkt dann der "Master of Laws, LL.M. (Finance)", eine international anerkannte Alternative zur langwierigen Promotion. Im Oktober geht es los.

Das Angebot trifft den Nerv der Zeit, denn die grenzüberschreitenden Kapitalmärkte verlangen von Managern heutzutage Spezialkenntnisse sowohl in Sachen Wirtschaft als auch in Sachen Recht. "Nur durch eine Verzahnung der beiden Bereiche werden wir heute der wachsenden Komplexität des Rechts im Kontext wirtschaftlicher Zusammenhänge gerecht", sagt der Frankfurter Universitätspräsident Professor Rudolf Steinberg.

Kein Wunder, dass der deutsche Vorstoß in der Kapital-City Frankfurt auf große Gegenliebe stößt. "Wir haben da offene Türen eingerannt, vor allem bei den Verantwortlichen aus der Finanzwirtschaft", sagt Professor Theodor Baums, Mitinitiator und Vorstand des ILF sowie Direktor des Instituts für Bankrecht an der Uni Frankfurt.

Sponsoren haben alle das gleiche Ziel

Das wundert nicht, denn von Anfang an holten sich die Universitätsvertreter Praktiker aus der Finanzwelt ins Boot und errichteten das Institut in Form einer gemeinnützigen Stiftung. Heute liest sich die Liste der Sponsoren wie das "Who is Who?" der Finanzszene. "Es ist die Aufgabe der Gesellschaft, Spitzentalenten eine Aus- und Weiterbildung anzubieten, wie sie in anderen europäischen Ländern und den USA üblich ist", begründet Professor und Spitzenbanker Bernd Fahrholz sein Engagement beim ILF. Der Vorstandsvorsitzende der Dresdner Bank gehört zu den Hauptsponsoren des Instituts und wacht als Erster Vorsitzender des Stiftungskuratoriums über die Verwendung der Mittel. "Der Finanzplatz Frankfurt kann nur prosperieren, wenn das akademische Umfeld, in dem immer wieder neue Denkanstöße entstehen, stimmt".

Spitzenmanager zu fördern ist das gemeinsame Ziel aller Sponsoren: "Wir bilden hier die Führungselite von morgen aus", sagt Unipräsident Steinberg. In Leistungstests siebt das Institut daher hart aus - pro Ausbildungsjahr schaffen es nur 35 Studenten in das Programm. 15 000 Euro zahlen sie für das Aufbaustudium. Wer den Betrag nicht aufbringen kann, erhält Unterstützung von den Sponsoren.

Campussprache ist Englisch

Die Überfliegerstudenten erwartet am Campus ein "global spirit". International kooperiert das ILF mit der Universität Mailand. Weitere Kooperationen mit ausländischen Wirtschaftsunis wie der London School of Economics sind angestrebt. Außerdem werden alle Vorlesungen auf Englisch gehalten. Als Professoren stehen vier Vertreter der Europäischen Zentralbank, zwei Bundesbanker sowie Investmentbanker, Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer zur Verfügung.

Mehr als 100 Bewerbungen flatterten dem IFL bereits ins Haus, auch aus den USA, Japan und Australien. "Die Idee hat gezündet", sagt Universitätspräsident Steinberg. "Ich bin immer wieder gefragt worden: ,Warum kommt diese Einrichtung erst jetzt??". Besser zu spät als gar nicht, mag sich Erstsemestler Abarkan denken. "Wenn ich dieses Angebot nicht gefunden hätte - ich hätte Deutschland den Rücken gekehrt und in den USA studiert."

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SERVICE_ADRESSEN

Institute for Law and Finance


Sitz:

Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, Frankfurt
Vorlesungsschwerpunkte: Kapitalmarkt-, Bank- und Währungsrecht
Zielgruppe: Juristen mit Prädikatsexamen und exzellente Wirtschaftswissenschaftler aus dem In- und Ausland
Studiendauer: zwei Semester
Abschluss: Master of Laws, LL.M. (Finance)
Start: Wintersemester 2002/2003 (14.10.)
Kosten: 15 000 Euro, Stipendium möglich
Infos: Dr. Rima Dopous, (069) 79828719
Im Internet: www.ilf-frankfurt.de

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