Liste mit Biedenkopfs Affären ist lang
Traumschiff, Dienstvilla und Ikea-Rabatt

Sachsens Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) musste sich am Freitag einmal mehr schweren Angriffen der Opposition erwehren. Aktueller Anlass waren neue Vorwürfe in der so genannten Paunsdorf-Affäre sowie ein umstrittener Rabatt-Einkauf beim Möbelhaus Ikea. Ins Gerede gekommen ist der Dresdner Regierungschef aber schon vor längerer Zeit durch eine Reihe anderer Vorfälle, die zum Teil auch seine Frau Ingrid betrafen. Wir dokumentieren im Folgenden die wichtigsten Affären aus dem Hause Biedenkopf.

afp DRESDEN. Paunsdorf-Affäre: Im August 2000 nahm ein Untersuchungsausschuss des Landtags die Arbeit auf, um die so genannte Paunsdorf-Affäre aufzuklären. Dabei geht es um die Anmietung eines Bürokomplexes in dem Leipziger Stadtteil durch den Freistaat Sachsen. Gegen Biedenkopf wurde der Vorwurf erhoben, einen erhöhten Preis für die Anmietung des von seinem Kölner Duz-Freund Heinz Barth errichteten Gebäudes durchgesetzt zu haben. Inzwischen erhebt die SPD-Opposition den Vorwurf, Biedenkopf habe vor dem Ausschuss gelogen.

Mietaffäre: Biedenkopf geriet im Mai diesen Jahres wegen des Vorwurfs unter Druck, jahrelang zu wenig Miete für seine Dienstvilla bezahlt sowie Landespersonal und Dienstautos privat genutzt zu haben. Biedenkopf erklärte sich später bereit, 120 000 DM an die Staatskasse nachzuzahlen. Außerdem wurde die Kaltmiete für die Villa angehoben. Später zogen Biedenkopf und seine Frau Ingrid in eine angemietete Privatwohnung in Radebeul bei Dresden.

Traumschiffaffäre: Im Mai diesen Jahres wurde in der Presse der Vorwurf laut, Biedenkopf habe sich im September 1999 von einem befreundeten Bauunternehmer zu einem Gratis-Aufenthalt auf einer Luxus-Yacht in Monte Carlo einladen lassen. Zuvor habe er sich persönlich für die geschäftlichen Interessen des bayerischen Geschäftsmannes Max Schlereth eingesetzt. Biedenkopfs Sprecher erklärte dazu, der geplante Ausflug sei wegen technischer Probleme der Yacht ins Wasser gefallen, deshalb sei auch nichts bezahlt worden.

Rabatt-Affäre: Beim Einkauf in der Dresdner Ikea-Filiale setzte das Ehepaar Biedenkopf eine Verkäuferin unter Druck, um einen Rabatt in Höhe von 15 % durchzusetzen. Obwohl der Vorgang für Aufsehen sorgte, weil das Möbelhaus in der Regel keinen Preisnachlass gewährt, verteidigte Biedenkopf sein Verhalten. Die eingekauften Waren seien für einen karitativen Verein bestimmt gewesen, sagte er am Freitag.

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