Liste zu den größten Fehleinschätzungen rund die Computersicherheit
Die größten Mythen der IT-Sicherheit

Wenn es um Computerbedrohungen geht, kursieren schon seit Jahren die verschiedensten Gerüchte. Die Sicherheitsexperten von Secure Computing haben jetzt eine Liste der am meisten verbreiteten Gerüchte um die Gefährdungen für Computer und Datennetze aufgestellt.

hiz DÜSSELDORF. Es gibt Leute, die behaupten, dass man sich beim Annehmen eines Handyanrufs ein Computervirus einfangen kann. Andere wieder versichern, dass man einen Computer vor Email-Trojanern schützen könne, indem man in das Email-Adressbuch einen Eintrag wie "AAAAAAA" aufnimmt. Alles Ammenmärchen, so die Berater von Secure Computing. Deswegen haben sie eine Liste der Top-Ten-Mythen aus dem Bereich der IT-Sicherheit zusammengestellt. Diese online kursierenden, recht abstrus wirkenden Geschichten sind zwar einerseits sehr amüsant, andererseits zeigen sie, wie falsch Anwender das Thema Internetsicherheit häufig einschätzen. Basis der Sammlung sind Anrufe beim Support, Kundenanfragen und Diskussionsforen im Internet. Obwohl die meisten dieser Mythen eher harmlos sind, können einige jedoch echten Schaden verursachen, wenn sie ernst genommen werden. Zu nennen wäre hier das verbreitete Gerücht, dass bestimmte Windows System-Files gefährlich seien und deshalb gelöscht werden müssten. In diesem Falle würde gerade dieses Löschen zu schweren Systemschäden führen.

Hier die Top Ten der größten IT-Sicherheits-Mythen:

1. "Hacker dürfen rechtmäßig in Websites eindringen, wenn diese keinen Warnhinweis enthalten."
Seit Jahren geht dieser Irrglaube - der jeder Basis entbehrt - in Online-Diskussionsforen um. In Webseiten einzudringen ist und bleibt ein Delikt - mit oder ohne Warnmeldung.

2. "Einige Windows System-Files sind schädlich und sollten gelöscht werden."
Dieses Gerücht über rechtmäßige Windows-Files wie JDBGMGR.EXE und SULFNBK.EXE kann - falls sie tatsächlich gelöscht werden - akuten Schaden anrichten, da diese Files einen echten Nutzen bieten.

3. "Schlüsselkarten von Hotels können insgeheim persönliche Informationen aufzeichnen, die dann möglicherweise zu unlauteren Zwecken genützt werden."
Keine der heute bekannten Schlüsselkarten für Hotelzimmer speichert persönliche Daten wie Name, Adresse, Kreditkartennummer oder anderes. Die einzigen Informationen, die sich auf der Karte befinden, sind unpersönliche Daten wie Zimmernummer oder Auscheckzeit.

4. "Das Einfügen eines Pseudo-Datensatzes in das Email-Adressbuch schützt vor Trojanern."
Viele Trojaner infizieren einen PC beim Öffnen von Email-Anhängen. Trojaner missbrauchen das Adressbuch, um sich zu replizieren. Laut einem weit verbreiteten Missverständnis hindert ein unechter Eintrag wie "AAAAA" oder "00000" die Trojaner daran, sich zu vermehren. Dies ist nicht nur falsch, sondern birgt auch die Gefahr, dass sich der User in falscher Sicherheit wiegt und damit anfällig für echte Trojaner wird.

5. "Ein digitales Handy kann allein durch das Annehmen eines Anrufes mit einem Virus infiziert werden."
Es wird oft davor gewarnt, einen Anruf anzunehmen, bei dem auf dem Display "ACE" oder "UNAVAILABLE" erscheint. Die Beantwortung eines solchen Anrufs würde zum Desaster führen, lautet das Gerücht. Es gibt jedoch keinen Beweis dafür, dass sich ein Virus auf diese Art und Weise verbreiten kann.

6. "Suchmaschinen prüfen auf Sicherheit und warnen Sie bei gefundenen Schwachstellen."
Einige Computernutzer haben Emails erhalten, die angeblich von automatischen Suchmaschinen, welche Webseiten indexieren, stammen. Die Emails benachrichtigen die Nutzer 'freundlicherweise', dass ihr System undichte Stellen enthalten würde. Keine der heute bekannten Suchmaschinen verfügt aber über diese Funktionalität. Die vermeintlichen guten Ratschläge sind somit mit Vorsicht zu genießen.

7. "Diebe verwenden automatische Abwesenheitsnotizen, um Wohnungen und Häuser für einen Einbruch zu identifizieren."
Es ist zwar theoretisch denkbar, dass Einbrecher mittels Email-Nachrichten Wohnungen und Häuser ermitteln, deren Bewohner verreist sind, jedoch sind solche Fälle bis heute nicht bekannt.

8. "Kostenlose, per Email zugesandte Patches schützen Ihren Computer vor den neuesten Würmern oder Viren."
Manchmal erhalten User vermeintlich kostenlose Patches für weit verbreitete Würmer wie zum Beispiel "Klez". Klez ist zwar in der Tat ein realer Wurm, aber das unaufgefordert zugesandte Patch wird Ihren PC nicht schützen. Ganz im Gegenteil: Es handelt sich um einen Trojaner, der bei Installation den Computer infiziert.

9. "Eine Anmeldung bei einem 'Anti-Spam-Register' wehrt Spam-Mails ab."
In Wirklichkeit gibt es kein offizielles "Anti-Spam-Register".

10. "Elektronische Grußkarten von Elf Bowling und Blue Mountain enthalten Viren."
Zwei populäre Download-Webseiten - "Elf Bowling" und "Blue Mountain Greeting Cards" - verbreiten angeblich Viren. In der Tat kann Software beim Download Viren verbreiten, von diesen beiden Webangeboten wurde jedoch bisher noch nie ein Virus gemeldet.

Die Experten lassen diese Liste allerdings nicht ohne Einschränkung stehen. Obwohl die meisten dieser Mythen sehr unwahrscheinlich sind, sind sie teils nicht gänzlich unmöglich. Ein Beispiel dafür ist ein weit verbreitetes Gerücht, das seit den frühen Neunzigern User davor warnte, Emails mit Titel wie "Good Times" oder "Join the Crew" zu löschen. Allein das Betrachten der Emails würde angeblich den PC infizieren. Leider ist dies nicht länger nur eine Mythos - die Meldung der vergangenen Wochen über eine JPEG-Schwachstelle zeigte, dass Computer wirklich durch das Betrachten von Emails infiziert werden können, wenn sich ein Virus in einem Bilddokument versteckt.

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