Lizarazu für den Weltmeister
Bundesligaexport: Fast 40 Profis in ausländischen Teams

Ein amtierender Weltmeister und insgesamt fast 40 Profis aus vier Kontinenten vertreten die Fußball-Bundesliga neben den deutschen Nationalspielern bei der 17. WM-Endrunde.

dpa BERLIN. Stark vertreten ist die deutsche Eliteliga jedoch eher bei Außenseitern. Kroatien, Polen, Belgien und WM-Neuling Slowenien vertrauen noch am meisten in Deutschland tätigen Profis. Wie schon vor vier Jahren hat Bixente Lizarazu seinen Stammplatz bei den Franzosen sicher, auch Willy Sagnol gehört zum Aufgebot des Titelverteidigers. Die Münchner Kovac-Brüder sind zwei von gleich acht Bundesliga-Akteuren, die zum vorläufigen Aufgebot des WM-Dritten Kroatien zählen. Bayer Leverkusen stellt drei Spieler, angeführt von Defensiv-Spezialist Boris Zivkovic. Und der TSV 1860 München schickt in Altstar Davor Suker immerhin den Torschützenkönig der WM 1998.

Kurios: Von Meister Dortmund Borussia haben es nur deutsche Profis zur WM geschafft. Weder die Brasilianer um Torschützenkönig Marcio Amoroso noch der Nigerianer Sunday Oliseh fliegen nach Fernost. Oliseh teilt dieses Schicksal mit Schalkes Pokal-Held Victor Agali und dessen prominentem Kollegen Finidi George. Bayers Lucio ist der einzige Bundesliga-Brasilianer, der bei der WM zur "Selecao" gehört. Giovane Elber (Bayern), sein künftiger Kollege Zé Roberto (Leverkusen), Marcelinho und Alex Alves (beide Hertha BSC) schauen ebenso zu wie Torjäger Mario Jardel von Sporting Lissabon oder Altstar Romario. "Wir haben mindestens 50, 60 Leute, die zur WM fahren könnten. Da müssen auch Klassespieler zu Hause bleiben", sagt Lucio.

Sein argentinischer Club-Kamerad Diego Placente und der Münchner Roque Santa Cruz aus Paraguay sind die einzigen weiteren, in Deutschland tätigen Südamerikaner bei der WM, auch wenn Argentiniens Aufgebot bis zum offiziellen Meldeschluss am Dienstag um 24.00 Uhr noch nicht vorlag. Doch Placentes Berufung gilt als sicher. Bayerns Arbeitsbiene Owen Hargreaves der einzige "Legionär" im englischen Aufgebot. Auch der dreimalige Weltmeister Italien und Spanien haben nur je einen Auslands-Profi dabei. Gleich ein halbes Dutzend Bundesliga-Recken nimmt der zweimalige WM-Dritte Polen mit: Die Schalker Tomasz Waldoch und Tomasz Hajto sowie der Lauterer Tomasz Klos könnten gemeinsam verteidigen. In Radoslav Kaluzny (Cottbus), Jacek Krzynowek (Nürnberg) und Zweitliga- Torjäger Pavel Kryszalowicz (Frankfurt) sind auch Akteure von weniger erfolgreichen Mannschaften dabei.

Schalke schickt außer dem Dänen Ebbe Sand auch drei der vier belgischen Bundesliga-Vertreter ins Rennen, an der Spitze deren Kapitän Marc Wilmots. Ebenfalls vier Akteure mit Arbeitsplatz Deutschland haben die Slowenen im Aufgebot. Spasoje Bulajic kommt ebenso von Absteiger 1. FC Köln wie Kameruns Kapitän Rigobert Song. Der letzte deutsche Vorrundengegner ist ein illustres Ensemble. Trainer Winfried Schäfer greift auf Kicker aus acht verschiedenen Ligen zurück. Die 23 Iren verdienen ihre Pfund dagegen geschlossen in England, während Saudi-Arabien offenbar bis zum letzten Moment am Aufgebot feilte. Erst am Freitag gibt die FIFA offiziell die Teams bekannt. Dazu gehören dann Chen Yang (Frankfurt) für China sowie Tony Sanneh (Nürnberg), Steven Cherundolo (Hannover 96) und Frankie Hejduk (Leverkusen) für die USA. Außerdem repräsentieren der Tunesier Adel Sellimi (Freiburg) sowie die Südafrikaner Bradley Carnell (Stuttgart) und Delron Buckley (Bochum) die einstmals "stärkste Liga der Welt".

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