Lizenzen für alle 36 Proficlubs
Rote Teufel starten mit Handicap

Grünes Licht statt Roter Karte: Trotz dramatischer Wirtschaftslage mit einem Schuldenberg von annähernd 600 Millionen Euro hat der Vorstand der Deutschen Fußball Liga (DFL) am Montag allen 36 Profi-Clubs der Bundesliga und der 2. Bundesliga die Lizenz für die Saison 2003/2004 erteilt.

HB/dpa FRANKFURT/MAIN. Das zwölfköpfige Gremium unter dem Vorsitz von DFL-Präsident Werner Hackmann hatte am vergangenen Freitag die nachgebesserten Lizenzanträge von elf Vereinen und Kapitalgesellschaften der Proficlubs zur letzten Überprüfung in Empfang genommen.

"Die uns von der Geschäftsführung der DFL vorgelegten Unterlagen haben uns die Vergabe der Spielgenehmigungen für die kommende Saison leicht gemacht. Denn es ist klar ersichtlich, dass sich nahezu alle Vereine auf die schwierigen finanziellen Verhältnisse eingestellt haben", sagte Hackmann. Christian Müller, DFL-Geschäftsführer Finanzen, bestätigte das Bemühen der Vereine, geordnete finanzielle Voraussetzungen zum Erhalt des Spielbetriebs zu schaffen. "Der Großteil der 36 Mitglieder des Ligaverbandes hat seine Hausaufgaben sehr gut gemacht. So können wir optimistisch sein, dass alle die Spielzeit 2003/2004 finanziell durchstehen", meinte Müller.

Nach Angaben von DFL-Pressesprecher Tom Bender müssen immerhin 22 der 36 Clubs während der kommenden Saison Auflagen unterschiedlicher Art erfüllen wie beispielsweise einen monatlichen Soll-Ist-Vergleich. In der ersten Runde des Lizenzierungsverfahrens mussten 13 Vereine so genannte Bedingungen wie den Nachweis von Bankbürgschaften oder Transfererlöse für den Erhalt der Lizenz erfüllen.

Unter dem Damoklesschwert drohender Lizenzentzüge haben zahlreiche verschuldete Clubs mit drastischen Sparmaßnahmen auf die DFL - Ankündigung reagiert. So musste Pokalfinalist 1. FC Kaiserslautern sein bis dahin vereinseigenes Fritz-Walter-Stadion und sein Trainingsgelände verkaufen, um sich von drückenden Schulden von 60 Millionen Euro zu befreien. Der pfälzische Traditionsclub ist von der neuen Saison an für 25 Jahre nur mehr Pächter im einst eigenen Stadion auf dem Betzenberg - für eine Summe von mindestens 3,2 Millionen Euro jährlich.

Die Kirch-Krise und der gravierende Einbruch bei den immer noch nicht geklärten Fernseh-Einnahmen ließ die Vereine kräftig den Rotstift ansetzen. Die Folge: Drastische Verkleinerung der Spielerkader und der Gehälter, im Kaiserslauterer Exremfall bis zu 50 Prozent. "Wir sind jetzt zwar schuldenfrei, aber arm. Wichtig ist, dass wir die Lizenz haben", sagte der FCK-Vorstandsvorsitzende René C. Jäggi. Zu Geld kommen können die Lauterer im UEFA-Cup. In der Bundesliga starten sie mit dem Abzug von drei Punkten wegen Verfehlungen aus der Vergangenheit in die neue Saison.

Selbst Rekordmeister Bayern München, der erstmals seit Jahren keine Gewinne erwartet, passte sich dem allgemeinen Sparzwang an und strich die Siegprämien für die Vorrunde in der Champions League.

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