Lizenzkosten für Mobilfunk der dritten Generation
Branchenverband rechnet mit Ende der Tarifsenkungen

afp/dpa BERLIN. Angesichts der hohen Preise für die UMTS-Mobilfunklizenzen in Deutschland ist die Ära sinkender Telefontarife nach Einschätzung des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) vorbei. "Die Zeche zahlt der Verbraucher", sagte der Präsident des Branchenverbandes, Joachim Dreyer, der "Berliner Morgenpost" vom Freitag. Die Lizenzkosten von mehr als 16 Milliarden Mark je Bieter würden sich bereits kurzfristig auf die Mobilfunkpreise auswirken: "Die fortlaufenden Preisabsenkungen im Mobilfunk sind zu Ende", sagte Dreyer. Dies sei "bedauerlich, weil der Mobilfunk im Prinzip billiger sein kann als das Telefonieren per Festnetz. Diesen Preisvorteil wird man an die Kunden nicht mehr weitergeben können, weil nun die Lizenzen bezahlt werden müssen."

Dreyer sagte einen "erbarmungslosen Verdrängungswettbewerb" voraus: "Bei den jetzt erzielten Preisen für eine Lizenz benötigt jeder UMTS-Netzbetreiber einen Marktanteil von 30 bis 40 Prozent, damit sich die Investition lohnt", betonte der frühere debitel-Chef in der "Berliner Morgenpost" weiter. "Zu den Lizenzgebühren kommen schließlich noch die Kosten für das Netz und das Marketing dazu. Bedauerlicherweise hat der Markt aber nur 100 Prozent.

Verband für Post - und Telekommunikation erwartet keine höheren Gebühren

Der Deutsche Verband für Post und Telekommunikation rechnet dagegen nicht mit Gebührenerhöhungen. Es sei davon auszugehen, dass die Unternehmen im Vorfeld geprüft hätten, in welcher Zeit sich die Investitionen amortisiert hätten, sagte Verbandschef Manfred Herresthal am Donnerstag dem Radiosender berlin aktuell 93.6. Das mobile Telefonieren werde in den kommenden Jahren noch günstiger werden. Zu überhöhten Konditionen seien Kunden für das UMTS-Netz nicht zu gewinnen.

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