Lizenznehmer hoffen beim Aufbau der neuen Mobilfunknetze auf Ersparnisse in Milliardenhöhe
E-Plus hält sich Optionen für UMTS-Ehe offen

Eine Allianz von E-Plus und D2 Vodafone beim Aufbau der UMTS-Mobilfunknetze gilt im Umfeld der Unternehmen als bevorzugte Lösung. Group 3G ist bisher aber für E-Plus der wahrscheinlichere Partner.

HB DÜSSELDORF. Jetzt steht offenbar eine Allianz zwischen E-Plus und Group 3G, dem Joint Venture zwischen der spanischen Telefónica und der finnischen Sonera, kurz vor dem Abschluss. Die Verhandlungen seien in einem "fortgeschrittenen Stadium", heißt es bei KPN, der niederländischen Muttergesellschaft von E-Plus, bei Telefónica und der Tochter Group 3G in München.

E-Plus selbst hält sich jedoch noch alle Möglichkeiten offen und dementiert Vereinbarungen mit den Marktneuling Group 3G: "Wir verhandeln mit mehreren Lizenznehmern", heißt es bei dem Düsseldorfer Mobilfunknetzbetreiber, der Nummer drei auf dem deutschen Markt. Man habe noch keine verbindliches Abkommen mit Group 3G unterschrieben. Eine mögliche Erklärung für die Zurückhaltung von E-Plus: Das Unternehmen würde vorzugsweise mit D2 Vodafone, einem der beiden deutschen Marktführer, kooperieren, weil es sich dadurch die größten Vorteile erhofft und die kleineren Mitkonkurrenten Mobilcom und Group 3G außen vor wären. Das verlautete aus dem Umfeld der Unternehmen. Doch noch hätten die Verhandlungen mit Vodafone, die der Zusammenarbeit anfangs eher ablehnend gegenüber stand, zu keinem Ergebnis geführt. "Die finanziellen Vorteile sind aber einfach zu groß, als dass wir eine solche Zusammenarbeit ablehnen können", hieß es in Unternehmenskreisen. Offiziell heißt es bei D2: "Wir prüfen die Möglichkeiten."

Käme die Kooperation von E-Plus und Group 3G zustande, wäre damit die zweite UMTS-Netzehe besiegelt. Bereits Anfang Juni haben die Deutsche Telekom und British Telecom mit ihrer deutschen Tochter Viag Interkom ein Kooperationsabkommen geschlossen. Beide Unternehmen wollen ihre UMTS-Mobilfunknetze in Deutschland und Großbritannien gemeinsam aufbauen und dadurch die Kosten um bis zu 30 % senken. Ein entsprechender Vertrag soll noch in diesem Monat unterschrieben werden.

Die Mobilcom AG, die ebenfalls eine UMTS-Lizenz ersteigert hat, gibt sich bisher wortkarg, wenn es um das Thema geht. "Jeder spricht mit jedem", heißt es in Büdelsdorf. Man stehe nicht unter Zeitdruck. Nach Angaben aus Branchenkreisen verhandelt Mobilcom ebenfalls mit E-Plus, erwägt aber auch eine Zusammenarbeit mit der Telekom oder Viag Interkom. Mobilcom und Group 3G haben mit E-Plus bereits vereinbart, künftig Kapazitäten im bestehenden GPRS-Mobilfunknetz der Düsseldorfer zu mieten. Da Mobilcom und Group 3G bisher keine eigene Infrastruktur besitzen und auch nicht von Beginn an ein flächendeckendes UMTS-Netz haben werden, wollen sie das E-Plus-Netz nutzen.

Anfang Juni hat die Telekom-Regulierungsbehörde Kooperationen beim Aufbau der neuen Netze grundsätzlich erlaubt. Die Lizenznehmer dürfen sich nicht nur Antennenstandorte teilen, sondern auch über eine gemeinsame Basisstation mit der je eigenen Frequenz funken. Die Unternehmen müssen nach wie vor die Auflage erfüllen, bis Ende 2003 rund 25 % der Bevölkerung mit UMTS-Diensten abzudecken und bis Ende 2005 rund 50 % der Bevölkerung.

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