Lizenzrechtler steht vor dem Aus
Sunburst verschwindet vom Neuen Markt

Für den zahlungsunfähigen Osnabrücker Lizenzrechtehändler Sunburst Merchandising AG gibt es drei Monate nach dem Insolvenzantrag offenbar keine Hoffnung mehr. Am Montag werde das Amtsgericht Osnabrück über die beantragte Eröffnung eines Insolvenzverfahrens entscheiden. Das bedeute aller Voraussicht nach das Ende der Geschäftstätigkeit, sagte eine Unternehmenssprecherin am Freitag. Um die Präsenz im Handel zu sichern, will Sunburst am 9. Juli in den geregelten Markt wechseln.

dpa-afx OSNABRÜCK. Zuvor waren die Bemühungen des Vorstandes und des vorläufigen Insolvenzverwalters gescheitert, durch Hereinnahme von Neuinvestoren die Zahlungsfähigkeit wieder herzustellen.

Bei der Deutschen Börse beantragte Sunburst, die Zulassung zum Neuen Markt mit Ablauf vom 6. Juli zu beenden. Gleichzeitig sei zur Sicherung des Handels beantragt worden, die Preisfeststellung im Geregelten Markt vom 9. Juli an aufzunehmen, sagte Finanzvorstand Ralf Schwung am Freitag in Osnabrück.

Der Kurs der Sunburst-Aktie fiel nach der bereits am Donnerstagabend bekannt gegebenen Entwicklung bis zum Freitagmittag gegenüber dem Vorrag um 38 % auf 0,33 ?. Im März 2000 hatten die Papiere noch rund 87 ? gekostet. Vor einem Jahr hatte Sunburst nach einer Kapitalerhöhung 340 000 neue Aktien zum Kurs von 37,60 ? am Markt platziert.

40 Millionen Euro Verbindlichkeiten

Sunburst hatte im Jahr 2000 Verluste von fast zehn Mill. ? eingefahren. Die Verbindlichkeiten des einstigen Erfolgsunternehmens werden auf 40 Mill. ? (rund 78 Mill. DM) veranschlagt. Das Geld sei für Akquisitionen und Vorfinanzierungen von Lizenzen ausgegeben worden, hieß es. Sunburst vermarktet Lizenzprodukte für Film- und Fernsehereignisse und Comicfiguren wie Disney, Simpsons und South Park, die Harald-Schmidt-Show oder die Fußball-Europameisterschaft. Ende Juni waren noch 25 Mitarbeiter bei dem Unternehmen beschäftigt.

Der Aufsichtsrat der Sunburst AG hat in Folge der Überprüfungen bei der Staatsanwaltschaft in Osnabrück Strafanzeige gegen den früheren Vorstandsvorsitzenden Hero Alting sowie den ehemaligen Finanzvorstand erstattet. Beiden stünden in Verdacht der Untreue und Bilanzfälschung, sagte Schwung.

Das Bundesaufsichtsamt prüft

Im Frühjahr waren bei Sunburst zudem Gerüchte über Insidergeschäfte laut geworden: Wenige Tage vor Bekanntgabe einer Gewinnwarnung im März waren noch große Aktienpakete auf den Markt geworfen worden. Das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel überprüft die Vorwürfe. Erst wenige Wochen vor der Gewinnwarnung hatte sich der Sunburst-Gründer Alting aus dem Unternehmen zurückgezogen. Neben Insidergeschäften wird der Führungsriege auch Betrug wegen gefälschter Pflichtmitteilungen vorgeworfen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%