Lizenzvereinbarung mit japanischer Sumitomo: Merck findet Partner in Japan

Lizenzvereinbarung mit japanischer Sumitomo
Merck findet Partner in Japan

Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck KGaA hat mit der japanischen Pharmafirma Sumitomo Pharmaceuticals eine Lizenzvereinbarung für die Entwicklung und Vermarktung von Diabetesmitteln für den japanischen Markt geschlossen.

Reuters DARMSTADT. Die Vereinbarung betreffe die Merck-Diabetes-Präparate Glucophage, Glucophage XR und Glucovance, teilte Merck am Freitag in Darmstadt mit. "Wir sind überzeugt, in Sumitomo einen exzellenten Partner für den japanischen Markt gefunden zu haben," erklärte Jean-Noel Treilles, Chef der französischen Merck-Tochter in einer Pressemitteilung. Analysten sprachen von einer positiven Vereinbarung für Merck. Die Aktie legte geringfügig um 0,6 Prozent auf 22,20 Euro zu.

Die Vereinbarung mit Sumitomo umfasse Entwicklung und Marketing für Glucophage. Der Vertrag sehe für die Darmstädter Erfolgsprämien in Abhängigkeit vom Projektfortschritt sowie eine Umsatzbeteiligung vor. Merck werde Sumitomo ferner exklusiv mit dem Wirkstoff Metformin beliefern, der in den Medikamenten Glucophage, Glucophage XR und Glucovance enthalten ist. Für Merck Japan bestehe zudem eine Option auf ein mögliches Co-Marketing der Glucophage-Produktfamilie in Japan. Nach Merck-Angaben ist Japan weltweit der fünftwichtigste Markt für Diabetesmedikamente.

Die Behandlung mit Metformin sei derzeit in Japan auf die Zweittherapie beschränkt. Sumitomo werde ein klinisches Entwicklungsprogramm vorantreiben, um die vollständige therapeutische Indikation von der Gesundheitsbehörde zu erhalten und weitere Glucophage-Formulierungen auf den japanischen Markt zu bringen.

"Das ist grundsätzlich positiv einzuschätzen", sagte Karl-Heinz Scheunemann vom Bankhaus Metzler. Sumitomo sei in Japan eine der führenden Pharmafirmen. "Da Metformin bislang aber als Zweittherapie beschränkt ist, eröffnen sich hier noch weitere Marktchancen."

Das Diabetes-Medikament Glucophage war in den vergangenen Jahren der Umsatz- und Ergebnisträger in der Pharmasparte von Merck. Seit Frühjahr 2002 sind aber in den USA Generika auf dem Markt und seitdem sind die Umsätze mit dem Diabetes-Mittel drastisch gesunken. Neue Medikamente aus den Labors der noch jungen Krebssparte, die einmal diesen Umsatzausfall ausgleichen sollen, haben noch nicht die Marktreife erlangt. Im vergangenen Jahr war das operative Ergebnis der Pharmasparte bei Merck um 53 Prozent auf 272 Millionen Euro gesunken.

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