LKK-Mitarbeiter sollen auch von der Sparkasse übernommen werden: Helaba will Aufgaben abgeben

LKK-Mitarbeiter sollen auch von der Sparkasse übernommen werden
Helaba will Aufgaben abgeben

Die Landesbank Hessen Thüringen (Helaba) prüft Geschäftsaktivitäten im regionalen Firmenkunden- und Privatkundengeschäft an die Kasseler Sparkasse zu übertragen. Auch von anderen Bereichen außerhalb ihres Kerngeschäfts will sich die Landesbank eventuell trennen.

Reuters FRANKFURT. Die Helaba sei in Kassel über die Landeskreditkasse zu Kassel (LKK) in den beiden Geschäftsfeldern tätig und stehe dabei in unmittelbarem Wettbewerb zur Sparkasse, hieß es am Montag in einer gemeinsamen Mitteilung von Landesbank und Sparkasse. Da die Geschäftsfelder untypisch für die eher auf das Großkundengeschäft ausgerichtete Landesbank seien und die Sparkasse außerdem über Kostenvorteile in der Kundenbetreuung und der Kostenabwicklung verfüge, werde eine Übertragung der entsprechenden LKK-Aktivitäten diskutiert. Auch die betroffenen LKK-Mitarbeiter sollten gegebenenfalls von der Kasseler Sparkasse übernommen werden.

Mit der Übertragung ließen sich erhebliche Ertrags- und Kostensynergien erzielen, hieß es. Die übrigen landesbanktypischen Geschäftsaktivitäten der LKK sollen den Angaben zufolge unberührt bleiben. Bereits Mitte der 90er Jahre hatte die LKK einen Teil ihrer Geschäftsaktivitäten im Privatkundengeschäft auf die Sparkasse übertragen.

Weitere Geschäftsaktivitäten auf dem Prüfstand

In einem Reuters vorliegenden Brief an die Helaba-Mitarbeiter kündigt Vorstandschef Günther Merl auch noch deutlich weiter reichende Maßnahmen an. Grund dafür sei unter anderem, dass die Helaba im Geschäftsjahr 2002 ihr Ziel verfehlen werde, den Anstieg der Personal- und Sachkosten auf eine jährliche Zuwachsrate von 5 Prozent zu begrenzen. Neben dem Privat- und Firmenkundengeschäft an den Standorten Erfurt, Darmstadt und Kassel werde unter anderem die Fortführung der inländischen Immobilienbüros, einschließlich der Repräsentanz in Berlin überprüft, kündigte der Helaba-Chef an.

Außerdem werde über die Verlagerung der Immobilienkreditbearbeitung in der Niederlassung Darmstadt an den Standort Frankfurt diskutiert. Auch die Beibehaltung der Abteilung Kontoführung als eigenständige Organisationseinheit und die Fortführung der Mitarbeitergeschäfte an den inländischen Standorten stehe auf dem Prüfstand. Alternativen seien unter anderem eine Übertragung von Aktivitäten an die Sparkassen, was vor allem am Standort Kassel sinnvoll sein könne.

Verbundkonzept soll Ertrags- und Kostenprobleme lösen

Die Sparkassen und Landesbanken kämpfen wie ihre privaten Konkurrenten mit einer schwachen Ertragslage und zum Teil mit hohen Kosten. Zudem müssen die Landesbanken ab 2005 den Wegfall staatlicher Haftungsgarantien verkraften. In Hessen und Thüringen soll ein neues Verbundkonzept dafür sorgen, dass die Sparkassen und die Helaba näher zusammenrücken und damit Ertrags- und Kostenprobleme lösen. In Finanzkreisen heißt es außerdem, dass über das Verbundkonzept eine von Politikern angesichts leerer öffentlicher Kassen immer wieder geforderte Öffnung der öffentlich-rechtlichen Sparkassen für privates Kapital verhindert werden soll.

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