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Lkw-Protestfahrten durch Hamburger Innenstadt und Hessen

Die Proteste gegen die hohen Spritpreise weiten sich jetzt auch auf Deutschland aus. Auf der A3 fahren Lastwagenfahrer auf 3 Spuren nebeneinander. In Hamburg kam es es durch Blockaden zu Verkehrstaus.

Reuters HAMBURG. Mit einem Fahrzeugkonvoi durch die Hamburger Innenstadt haben am Dienstag Hunderte Lastwagenfahrer, Taxifahrer und Busfahrer gegen die hohen Treibstoffpreise protestiert. Wie in der vergangenen Woche schon in mehreren anderen deutschen Städten setzte sich der Konvoi mit einem Hupkonzert in Bewegung und fuhr anschließend im Schritttempo durch die Innenstadt. Der Straßenverkehr brach dadurch zeitweise zusammen. An der Protestfahrt nahmen nach Angaben der Polizei mehr als 300 Fahrzeuge teil. Die Veranstalter hatten mit rund 100 gerechnet. In Unna blockierten Landwirte mit Traktoren die dreispurige Hauptverkehrsstraße in der Innenstadt.

Mit ihren seit einer Woche andauernden Protesten wollen das Speditionsgewerbe und die Bauern erreichen, dass die Bundesregierung die Ökosteuer aussetzt und die Mineralölsteuer senkt. Auf Transparenten an mehreren Lastwagen hieß es: "Wir lassen uns nicht in den Abgrund steuern" und "Die braven Deutschen, wann steht ihr endlich auf?" Die Taxifahrerin Monika Borchers (47) sagte: "Wir haben uns in den vergangenen Jahren bemüht, billiger zu werden. Für uns sind die hohen Spritpreise ein Schlag ins Gesicht. Wir können uns das nicht mehr leisten."

In Unna blockierten nach Polizeiangaben Landwirte mit rund 170 Traktoren seit 09.00 Uhr den dreispurigen Verkehrsring um die Innenstadt. Der Verkehr sei dadurch vollständig zum Erliegen gekommen. Die Bauern hätten die Motoren abgeschaltet, es herrsche eine idyllische Ruhe, sagte ein Polizeisprecher. Zu der Aktion hatte der Westfälisch-Lippesche Bauernverband aufgerufen.

In Hessen waren nach Angaben der Polizei 80 Lastwagen in Langsamfahrt auf drei Autobahnen zum Wiesbadener Kreuz unterwegs. Durch die extreme Langsamfahrt mit Geschwindigkeiten zwischen zehn und 20 Kilometer pro Stunde auf jeweils zwei Spuren hätten sich hinter den Lkw kilometerlange Staus gebildet. Die Fernfahrer wollten nach Angaben der Polizei am Mittag auch extrem langsam durch die Wiesbadener Innenstadt fahren.

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