Lob der Aktionärsschützer
Aufhellungen am T-Online-Himmel

Der führende europäische Internet-Anbieter T-Online hat auf seiner Hauptversammlung von Aktionärsschützern Lob für seine positive Unternehmensentwicklung geerntet, nachdem das Management im Vorjahr noch deutliche Kritik auf sich gezogen hatte.

Reuters KÖLN. Die Vertreterin der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW), Jella Benner-Heinacher, sagte am Dienstag in Köln vor knapp 2000 Aktionären, es habe Aufhellungen am Himmel über T-Online gegeben. Die Unternehmensführung habe die Verluste in den Griff bekommen. Die Aktien seien eine der übrig gebliebenen Perlen im Neuen Markt und entwickelten sich zum Musterknaben in der Familie der Aktien des Konzerns Deutsche Telekom. Die Deutsche Telekom hält rund 82 Prozent an T-Online.

Entgegen dem Abstimmungsverhalten im Vorjahr hatte die DSW in der Aussprache angekündigt, Vorstand und Aufsichtsrat entlasten zu wollen. Erwartungsgemäß erhielten die Gremien jeweils rund 99,8 Prozent Zustimmung von dem zu 90,38 Prozent anwesenden Grundkapital. Auch Lars Labryga von der Schutzvereinigung der Kleinaktionäre schätzte die Unternehmensentwicklung positiv ein. Unter anderem bei der angekündigten Entwicklung kostenpflichtiger Internet-Inhalte sei T-Online deutlich weiter als im Vorjahr. Das Geschäftsmodell des Unternehmens sei spannend, sagte Labryga.

Katzenjammer ob der Kursentwicklung

Klagen äußerten die Aktionäre indes ebenso wie die Unternehmensführung über die Kursentwicklung der im Jahr 2000 für 27 Euro an die Börse gebrachten Aktien. Mit rund elf Euro liegt der Aktienkurs derzeit in etwa auf dem Stand zur Hauptversammlung im vergangenen Jahr. Seit dem Kurseinbruch im Zuge der Anschläge vom 11. September 2001 in den USA haben sich die T-Online-Aktien allerdings deutlich besser als der Durchschnitt der am Neuen Markt notierten Werte entwickelt.

"Das Jahr 2001 war gerade für die Internet-Werte eines der bislang schwierigsten Börsenjahre", räumte T-Online-Vorstandchef Thomas Holtrop ein. Der Aktienkurs habe unter dem allgemein als schlecht empfundenen Image des Neuen Markts gelitten. "Wir sind von dem Marktumfeld stark betroffen", sagte Holtrop. Ein von einigen Aktionären angeregter Wechsel der Notierung aus dem Neuen Markt in ein anderes Börsensegment wurde von Holtrop jedoch verworfen. "Wir haben keine Pläne, den Neuen Markt zu verlassen", sagte der T-Online-Chef.

Anstieg des Werbevolumens

Er sei mit der Kursentwicklung der Aktie zwar "nicht unzufrieden", aber von einer Besserung des Aktienkurses überzeugt. Außer den mittelfristig erwarteten Erlösen aus dem Angebot von breitbandigen Internet-Inhalten wie Video- und Audio-Angeboten rechnet T-Online in den kommenden Jahren auch mit einem starken Anstieg des Werbevolumens im Internet.

Holtrop sagte, der Anteil des Werbevolumens im Internet am gesamten Werbemarkt belaufe sich derzeit auf rund 1,2 Prozent. "Ich bin davon überzeugt, dass dieser Anteil mittelfristig auf rund zehn Prozent steigen wird", prognostizierte Holtrop. Als das am häufigsten genutzte Internet-Portal in Deutschland sei T-Online für diese Entwicklung bestens aufgestellt.

Auf der Hauptversammlung wurde neben den routinemäßigen Abstimmungen über die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat unter anderem auch ein Vorratsbeschluss über den Erwerb eigener Aktien gefasst. Die Aktionäre stimmten einem möglichen Aktienerwerb zu 99,9 Prozent zu. Die bisherige Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien lief zum November 2002 aus.

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