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Lob für Schröder verärgert Stoiber

Nach dem Lob von BDI-Präsident Michael Rogowski für Bundeskanzler Gerhard Schröder hängt der Haussegen zwischen Industrie und Union schief.

dpa BERLIN. Nach dem Lob von BDI-Präsident Michael Rogowski für Bundeskanzler Gerhard Schröder hängt der Haussegen zwischen Industrie und Union schief.

Der scheidende Chef des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) hatte zuvor der "Passauer Neuen Presse" gesagt, der Kanzler mache derzeit eine hervorragende Figur - von der Union sei die Wirtschaft hingegen "tief enttäuscht". CSU-Chef Edmund Stoiber reagierte in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung": "Ich bin erstaunt, dass Herr Rogowski Schröders ökonomisches Scheitern mit galoppierender Verschuldung, Arbeitslosigkeit und Reformstau einfach ausblendet."

Der BDI-Präsident verkenne den Einsatz der Union. "Herr Rogowski ist offenbar enttäuscht von mir. Denn ich habe durchgesetzt, dass die Union bei der solidarischen Mitfinanzierung der Wirtschaft für die Krankenversicherung bleibt. Das ist gut für die Arbeitnehmer, die Union und Deutschland." Er könne und werde vielen Wünschen der Wirtschaft entgegenkommen, sagte Stoiber. "Aber ich werde niemals alle Wünsche der Wirtschaft erfüllen."

Rogowski hatte im Zusammenhang mit der Asien-Visite des Kanzlers gelobt: "Schröder ist kein Mann der Distanz, er ist einfach im Umgang. Und er ist ungemein hilfsbereit, greift sofort nach dem Telefon." Der Kanzler sei bei der Wirtschaft wegen seiner Reformpolitik "derzeit ungemein beliebt". Zur Union sagte Rogowski: "Wo bleibt die Führung? Wo ist das Konzept für die Zukunft?"

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