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Lobeshymnen auf „Torminator“ Makaay

Roy Makaay brachte als eiskalt zuschlagender „Torminator“ einmal mehr alle ins Schwärmen - und sein spektakulärer Dreierpack war Auslöser für die beim FC Bayern München sehnsüchtig erwartete Leistungsexplosion unter Felix Magath.

dpa MÜNCHEN. Roy Makaay brachte als eiskalt zuschlagender "Torminator" einmal mehr alle ins Schwärmen - und sein spektakulärer Dreierpack war Auslöser für die beim FC Bayern München sehnsüchtig erwartete Leistungsexplosion unter Felix Magath.

"Wir müssen uns wieder bei Roy Makaay bedanken", sagte der von einer Zentnerlast befreite Trainer nach dem glanzvollen 4:0 (2:0) gegen Ajax Amsterdam. Magath wertete die Champions-League-Lehrstunde für die niederländische Rasselbande als Initialzündung für die großen Ziele des Fußball-Rekordmeisters: "Mit dieser Leistung haben wir den anderen europäischen Mannschaften und Juventus Turin gezeigt: Der FC Bayern ist wieder da!"

Hauptverantwortlich dafür war Bayerns "Mr. Hundertprozent": Im zehnten Champions-League-Spiel schraubte Makaay seine Ausbeute auf zehn Treffer. Insgesamt stehen nun 40 Tore in 53 Pflichtspielen zu Buche - eine Traumquote von 0,75 pro Partie. "Von der Effektivität her kann sich Roy mit Gerd Müller messen", sagte Franz Beckenbauer.

Doch so "cool", wie Makaay bei seiner Tor-Gala innerhalb von 25 Minuten agiert hatte, nahm der 29-Jährige die auf ihn einprasselnden Lobeshymnen und die Ovationen der 50 000 Zuschauer zur Kenntnis. "Es ist immer schön, wenn man gegen einen Verein aus seinem Land drei Tore schießt. Aber ich bin mehr zufrieden mit dem Sieg", meinte der Mann des Abends. Von einem "schönen Gruß" an Bondscoach Marco van Basten wollte der Edelreservist der "Oranje"-Auswahl überhaupt nichts wissen: "An ihn habe ich gar nicht gedacht. Ich spiele nur für mich und meinen Verein - und nicht für andere", bemerkte Makaay.

"Im Moment ist Roy wirklich ein Phänomen", meinte Verteidiger Thomas Linke. Auch Michael Ballack kam aus dem Staunen nicht mehr raus: "Er trifft im Moment alles. Er braucht nur Richtung Tor zu schießen - und der Ball ist drin." Manager Uli Hoeneß fühlte sich zwei Jahre zurückversetzt, als Makaay noch im Trikot von Deportivo La Coruña die Bayern in München beim 3:2-Sieg der Spanier ebenfalls mit drei Treffern praktisch allein besiegt hatte. "So hat er uns damals abgeschossen und heute seine Landsleute", sagte Hoeneß und ergänzte: "Dafür haben wir ihn gekauft." Die niederländische Zeitung "De Telegraaf" titelte entsetzt: "Ajax sieht ein Gespenst."

Magath schwärmte vor allem über das 1:0, "mit dem der Knoten geplatzt ist". Einen Traumpass des starken Owen Hargreaves verwertete Makaay traumwandlerisch. Ballannahme, Mitnahme und der folgende Vollspannschuss waren reif für einen Lehrfilm, "fast akrobatisch", wie Magath schwärmte: "So etwas habe ich in meiner langen Karriere noch nicht gesehen." Das anschließende Kopfballtor und der abgezockt geschossene Elfmeter waren weitere Nachweise seiner Klasse und die Vorlage zum vierten Tor von Zé Roberto eine Zugabe. "So muss es weiter gehen", meinte Makaay.

Aber nicht nur bei ihm. Erstmals seit dem unglücklichen 1:1 vor sieben Monaten gegen Real Madrid herrschte im Olympiastadion wieder einmal Partystimmung, weil die ins Verderben rennenden Ajax-Youngster ein perfekter Gast für das routinierte Bayern-Ensemble waren. "Ich genieße es, nach einem Heimspiel endlich mal wieder richtig zufrieden nach Hause zu fahren", kommentierte Hoeneß. Von einer Wende wollte er aber noch nicht reden ("Warten wir Bremen ab"), aber der Maßstab für die Zukunft ist gesetzt. "Man kann der Mannschaft jetzt dieses Spiel vorführen und sagen: Da war doch noch was ..."

Von einer Vorentscheidung im Kampf um den Einzug ins Achtelfinale wollte trotz sechs Punkten und der Tabellenführung niemand sprechen. "Wir haben Vieles selbst in der Hand, aber man darf nicht nachlässig sein", warnte Ballack. Nachlegen ist angesagt, möglichst schon am Samstag im Bundesliga-Gipfel beim deutschen Meister: "Bremen ist der nächste Knaller. Und wir haben mit denen noch eine Rechnung offen."

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