Location Based Services: Neuer Trend der E-Gesellschaft?
Location Based Services (LBS) – Megatrend oder nettes Feature?

Location Based Services (LBS) werden schon seit einiger Zeit als die künftigen Megatrends gehandelt. Spätestens seit der Vergabe der UMTS-Lizenzen sollen die ortsbezogenen Dienste wie Adress- und Routensuche, Flottenmanagement, etc. den neuen Hype einläuten. Doch wieso hat sich dieser Service noch nicht etabliert und ähnlich wie beim SMS-Boom für die nötige Resonanz beim Nutzer gesorgt? Wieso reicht die Bandbreite der Prognosen der Experten von eher düster bis geradezu euphorisch?

Gastkolumne von Wolfgang Mühlbauer, Sales Manager Central Europe Internet & Wireless Unit von Navigation Technologies

Meiner Meinung nach liegt das Problem weniger bei den Nutzern, sondern bei den heutigen Geschäftsmodellen. Viele Anbieter verstehen LBS leider noch immer als hoch-spezifische Applikation wie etwa die Suche nach der nächstgelegenen Bankfiliale, Tankstelle oder Fast-Food-Restaurant eines bestimmten Unternehmens. Für den Nutzer stehen hier oft Bedienaufwand (z.B. über WAP) gegenüber Vielfalt und Qualität der Information in einem Missverhältnis. Es ist deshalb wenig überraschend, dass derartige Nischenanwendungen am wirklichen Bedarf der Nutzer vorbeigehen. Die erzielten Transaktionsraten erfüllen die Erwartungen nicht und die Investitionen in die notwendige Hardware- und Software-Infrastruktur wird nicht gerechtfertigt. Dabei existieren bereits detaillierte, digitale Karteninformationen. Sie bilden gemeinsam mit dem hochklassigen Content, der sowohl orts- als auch situationsbezogene Dienstleistungen anbietet, die Basis für eine erfolgreiche Zukunft.

LBS muss definiert und verstanden werden über das Nutzerverhalten bestimmter Kundengruppen, wie zum Beispiel Jugendliche und Geschäftsreisende. SMS kann hierbei als Vorbild dienen. Dieser Dienst war ursprünglich nicht eingeplant, sondern lediglich ein "Abfallprodukt", das schnell und unkompliziert zu bedienen ist. Nach einer von Nokia in Auftrag gegebenen Studie sind sogar 88 Prozent der 16- bis 45-jährigen offen für den SMS-Empfang elektronischer Rabatt-Coupons nahe gelegener Geschäfte.

Warum werden LBS nicht als Basistechnologie zur Aufwertung bestehender und akzeptierter Services mittels SMS gesehen? Den Schlüssel zu diesem Markt halten die Mobilfunkunternehmen und die werbetreibende Industrie in ihren Händen. Die einen besitzen den Kontakte zu Millionen von Nutzern und die anderen haben den wichtigen Zugang zu den Werbebudgets der Produktanbieter. Sie könnten gemeinsam mit den Content-Lieferanten (z.B. statischer und dynamischer Ortsinformationen) Dienste definieren, die ganz elementare Bedürfnisse unserer Konsumgesellschaft befriedigen: Menschen zueinander sowie Kunden zu Anbietern und Produkten zu bringen.

Die Mobilfunkanbieter denken bereits über Angebote wie Community-Funktionen nach. Diese Informationen über Freunde oder Interessengemeinschaften zeigen dem Besitzer des Handys an, welche Freunde sich zur Zeit in der Nähe aufhalten. Damit sind spontane Verabredungen fürs Kino ebenso denkbar wie Handy-vermittelte Blind Dates.
Die Ideen sind also da; was benötigt wird, ist mehr Innovationsgeschwindigkeit, schnellere Marktreife, und auch mehr Experimentierfreude mit der Akzeptanz der Nutzer. Dann kann LBS als neuer Megatrend die e-Gesellschaft prägen.

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