Lockeres 4:0
Brasilien schlägt China im Schongang

Die Südamerikaner schossen viele Tore, doch geglänzt haben sie nicht. Gegen die schwachen Chinesen war es mehr ein Trainingsspielchen.

dpa SEOGWIPO/SÜDKOREA. Viele Tore, wenig Glanz: Mit dem locker herausgespielten 4:0 (3:0) gegen WM-Neuling China in Seogwipo hat der vierfache Champion Brasilien die Qualifikation für das Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft praktisch schon geschafft, doch über die wahre Spielstärke der Südamerikaner gab auch der zweite Erfolg keinen Aufschluss. "Das Spiel hat Spaß gemacht. Es war lustig. Ich fühle mich kräftemäßig besser. So kann es weitergehen", sagte Stürmerstar Ronaldo, der den Trefferreigen gegen die Asiaten in der 55. Minute mit seinem zweiten Turnier-Tor abschloss. "Ich möchte in jedem Spiel ein Tor machen wie Jairzinho 1970", fügte Ronaldo hinzu.

Roberto Carlos mit einem Freistoß-Kracher (15.), der umsichtige Regisseur Rivaldo (32.) und Ronaldinho (45./Foulelfmeter) hatten mit ihren Toren den Grundstein zum Erfolg gelegt, der indes ebenso wenig Glanz verbreitete wie das von einer schwachen Schiedsrichter-Leistung begünstigte 2:1 zum Auftakt gegen die Türkei. "Es war der normale Sieg. Wir waren technisch deutlich überlegen und hatten nach dem ersten Tor keine Mühe mehr", kommentierte Trainer Luis Felipe Scolari, der auf der Bank einen geruhsamen Abend verbrachte, das bessere Trainingsspiel.

In ihrem letzten Spiel am Donnerstag in Suwon gegen Costa Rica genügt der "selecao" nun bereits ein Punkt, um Platz eins in der Gruppe C zu behaupten. Den weiter punktlosen Chinesen droht dagegen bereits nach den Vorrunde die Heimreise. Ihr Coach Bora Milutinovic war trotz der Niederlage "happy". "Mich hat gefreut, wie wir gespielt haben. Wenn wir diesen Weg weitergehen, haben wir gegen die Türkei eine Chance", erklärte der Trainer-Weltenbummler.

Der vom Gros der 30 000 Zuschauer für jede gelungene Aktion gefeierte WM-Neuling leistete lange Zeit tapfere Gegenwehr, war aber am Ende gegen den übermächtigen Gegner chancenlos. Von Milutinovic auf totale Defensive getrimmt, stemmten sich die Chinesen dem erwarteten Kombinationswirbel der Brasilianer mit zwei Abwehrketten entgegen. Dadurch kam tatsächlich Sand ins Getriebe des Favoriten, der sich zudem viele leichte Ballverluste erlaubte und die Einzelaktionen übertrieb.

Erst Roberto Carlos brach den Bann gegen den Wall aus rotgekleideten Spielern. Das zweite Turnier-Tor von Rivaldo war Ausdruck der Kräfteverhältnisse auf dem Rasen, die sich immer mehr zu Gunsten der Südamerikaner verschoben. Der für seine Schauspieleinlage im Spiel gegen die Türkei von der FIFA zur Kasse gebetene Angreifer des FC Barcelona brauchte eine Hereingabe von Ronaldinho nur über die Linie zu drücken. Als sich Du Wei kurz vor der Halbzeit im Zweikampf gegen Ronaldo nur regelwidrig zu helfen wusste, verwandelte Ronaldinho den Strafstoß zum dritten Treffer.

Die zweite Hälfte gestaltete Scolaris Team zu einer Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen. Ronaldo rundete nach Querpass von Cafu den Pflichtsieg ab, ehe er in der 72. Minute Edilson Platz machen musste. Zhao Junzhe (61.) hätte mit einem Pfostenschuss die brasilianische Überheblichkeit allerdings beinahe noch mit einem Gegentor bestraft.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%