Lockerung der israelischen Blockadepolitik
Palästinenser weisen Peres Bemühungen zurück

Zwischen Israel und den Palästinensern gibt es nach Worten des israelischen Außenministers Schimon Peres wieder Gespräche über ein Ende der Gewalt. Peres sagte am Samstag im israelischen Fernsehen, beide Seiten sprächen über die Umsetzung einer von den USA vermittelten, bislang aber gescheiterten Waffenruhe.

dpa GAZA/JERUSALEM. Die Bemühungen des israelischen Außenministers Schimon Peres um eine Umsetzung der im Juni vereinbarten Waffenruhe mit den Palästinensern sind bei diesen weitgehend auf Ablehnung gestoßen. Peres hatte am Samstag eine neue diplomatische Initiative Israels angekündigt und erklärt, er werde "in naher Zukunft" mit Palästinenserpräsident Jassir Arafat zusammentreffen.

Der palästinensische Parlamentspräsident Ahmed Kurei wies dies jedoch am Sonntag zurück. Man werde erst mit Peres sprechen, wenn Israel das am 10. August besetzte Orient-Haus in Ost-Jerusalem räume, sagte Kurei der palästinensischen Zeitung "Al Kuds". Bei neuen Zusammenstößen mit der israelischen Armee wurden am Sonntag zwei Palästinenser getötet und sechs weitere verletzt. Der UN-Sicherheitsrat in New York beschäftigt sich an diesem Montag mit einem Forderungskatalog der Palästinenser.

Peres hatte am Samstag im Zweiten Israelischen Fernsehen erklärt, Israel brauche angesichts der verfahrenen Lage in der Region jetzt eine diplomatische Initiative. Er werde sich "in naher Zukunft" mit Arafat treffen, um mit ihm über die Umsetzung der vereinbarten Waffenruhe zwischen beiden Seiten zu sprechen. Ministerpräsident Ariel Scharon lehnt Gespräche mit Arafat bisher strikt ab. Peres sagte im Fernsehen, es gebe zur Zeit Kontakte mit den Palästinensern auf verschiedenen politischen Ebenen.

Palästinensische Politiker bestritten dies. Während Ahmed Kurei die Räumung des Orient-Hauses, der langjährigen Zentrale der PLO in Ost-Jerusalem, zur Bedingung für neue Gespräche mit Israel machte, zeigten sich andere palästinensische Politiker jedoch zur Aufnahme eines Dialogs mit Israel bereit. Der Minister für die Kommunen, Sajeb Erekat, sagte der dpa: "Wir sind grundsätzlich zu Verhandlungen bereit, nur müssen die Grundlagen dafür von Anfang an klar sein." Erekat sagte, zur Zeit gebe es "keinerlei Verhandlungen mit Israel", da Israel der anderen Seite dafür Bedingungen stellen wolle. Ähnlich äußerte sich auch Informationsminister Jassir Abed Rabbo.

Bei Zusammenstößen mit israelischen Soldaten wurden am Sonntag in den Palästinensergebieten zwei Palästinenser getötet und sechs weitere verletzt. Militante Palästinenser wiederum verletzten bei einem Angriff auf einen israelischen Linienbus bei Jerusalem ein sechs-jähriges israelisches Mädchen und einen 20-Jährigen. In Rafah im südlichen Gazastreifen wurde ein 14-Jähriger tödlich von Schüssen getroffen. Er hatte mit anderen Jugendlichen Steine auf israelische Panzer geworfen, die auf autonomes Palästinensergebiet vordringen wollten. Zuvor hatten bewaffnete Palästinenser die Israelis beschossen. Am Morgen war bei Rafah der seit sechs Tagen gesperrte Grenzübergang zu Ägypten wieder geöffnet worden.

Auch Babys wurden angeschossen

Südlich von Nablus im nördlichen Westjordanland starb ein 38-jähriger Palästinenser nach einem Kopfschuss durch einen israelischen Soldaten. Er war nach palästinensischen Angaben gemeinsam mit anderen Palästinensern auf einem Feldweg unterwegs, um eine israelische Straßensperre zu umgehen, als die Soldaten das Feuer eröffneten.

Als Vergeltung für einen palästinensischen Mörser-Angriff auf eine jüdische Siedlung hatte die israelische Armee am Samstagabend ein palästinensisches Polizeigebäude bei Chanb Junis im Gazastreifen durch zwei Raketen zerstört. Zuvor waren sieben Mörsergranaten in der jüdischen Siedlung Gusch Katif eingeschlagen, die eine Israelin leicht verletzten.

Bei zwei verschiedenen Zwischenfällen im Gazastreifen und im Westjordanland schossen israelische Soldaten nach palästinensischen Angaben zwei palästinensische Babys an. Danach feuerten die Israelis nahe dem Flüchtlingslager Chan Junis auf ein Auto und verletzten dabei einen drei Monate alten Jungen. Ein sechs Monate alter Junge wurde von drei Kugeln getroffen, als Soldaten an einer Straßensperre in der Nähe von Nablus auf ein Taxi schossen.

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