Lockerung der Zinsschraube erwartet
Merrill Lynch verfolgt weiterhin defensive Anlagestrategie

Für die Analysten von Merrill Lynch ist das makroökonomische Umfeld der kritische Faktor für die Entwicklung der Aktienmärkte im Jahr 2001.

vwd/apa NEW YORK. Für die Analysten von Merrill Lynch ist das makroökonomische Umfeld der kritische Faktor für die Entwicklung der Aktienmärkte im Jahr 2001. Die meisten Anzeichen sprächen für eine Verlangsamung des globalen Wirtschaftswachstums in der ersten Hälfte des kommenden Jahres. Deshalb will Merrill Lynch weiterhin eine defensive Anlagestrategie verfolgen. Dabei werden jene Titel bevorzugt, die ein vorhersehbares Ertragswachstum aufweisen und sich an dem Bewertungsniveau der Anleihen orientieren, heißt es in einer aktuellen Studie.

Nach der restriktiven Geldpolitik in den USA und in Europa und den Rückschlägen an den Aktienmärkten, erwartet der Chef-Volkswirt der US-Investmentbank, Bruce Steinberg, im Frühjahr 2001 eine Lockerung der Zinsschraube in den USA. Ein solcher Schritt könnte dann den Weg für eine breit angelegte Erholung an den Börsen ebnen, meint er. Risikofaktoren, die gegen eine Lockerung der US-Zinspolitik sprechen, wären ein weiterhin anhaltender Inflationsdruck und eine Abschwächung des Dollars, erläutert Steinberg. Für den Anlageraum USA erwartet die Investmentstrategin Christine Callies ein durchschnittliches Wachstum der Unternehmensergebnisse von neun Prozent.

Einige Sektoren weiter unter Druck

Einige Sektoren sollten dabei weiterhin deutlich unter Druck stehen. Zu den von Callies favorisierten Branchen zählen Versorger- und Energiewerte. Insgesamt lautet die Anlageempfehlung für Aktien aus dem US-Raum auf "Übergewichten". In Europa zeichnet der Stratege Plum Shipton für den mittelfristigen Anlagehorizont ein positives Bild, mahnt bei kurzfristigen Investments jedoch zur Vorsicht. Shipton bevorzugt Titel aus der Finanzbranche. In einem internationalen Portfolio sollten europäische Werte ebenfalls übergewichtet werden, empfiehlt Merrill Lynch. Mit "Untergewichten" stufen die Analysten dagegen Aktien aus dem japanischen Raum und den Emerging Markets ein.

Vor allem kurzfristig belasten die nur zögerlich voranschreitenden Reformen, ein langsames Ertragswachstum und die schwache Inlandsnachfrage vor allem den japanischen Wirtschaftsraum, meint Merrill Lynch.



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