Lösegeldforderung
Deutscher Entwicklungshelfer in Indien entführt

In Indien ist ein deutscher Entwicklungshelfer von Separatisten an der Grenze zu Birma entführt worden. Angeblich verlangt die "Kuki-Revolutionsarmee" zehn Millionen Rupien (200 000 Euro) Lösegeld.

HB/dpa NEU DELHI. Die Polizei im Bundesstaat Manipur im Nordosten Indiens teilte am Mittwoch mit, dass der Deutsche am Sonntag verschleppt wurde. Er war mit einer deutschen Kollegin und sechs Einheimischen auf dem Rückweg von Maphoudam in die Hauptstadt Imphal, als die schwer bewaffneten Kidnapper den Geländewagen stoppten und den Mann entführten. Die Entführer ließen die Frau und ihre einheimischen Begleiter laufen.

"Die Entführer trugen Uniformen", sagte Vandana Karki von der Polizei in Imphal. Sie hielt die "Revolutionsarmee" für verantwortlich, eine von mehreren Milizen, die für einen eigenen Staat oder für ein Autonomiegebiet des Kuki-Volks kämpfen. "Entführungen mit dem Ziel, Lösegeld zu bekommen, gibt es in Manipur häufig", sagte Karki.

Vor der Entführung hatten die Deutschen die Verwendung von Hilfsgeldern aus Deutschland überprüft. Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte die Entführung. Angaben über die Hilfsorganisation, für die die Deutschen arbeiten, machten die indischen oder deutschen Behörden aber nicht.

In den sieben nordöstlichen indischen Bundesstaaten, die an China, Birma, Bangladesch und Bhutan grenzen, sind mehr als 50 Milizen aktiv. Die meisten von ihnen entstanden, weil einheimische Völker durch Zuwanderung zu Minderheiten in ihrer eigenen Heimat wurden. Viele Rebellengruppen haben sich aber nach Angaben der Behörden zu kriminellen und mafiaähnlichen Banden entwickelt. Allein in Manipur sind mehr als ein Dutzend bewaffnete Gruppen aktiv.

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