Lösung im Manila-Projekt rückt näher
Fraport hebt nicht ab und bleibt vorsichtig

Der Flughafenbetreiber Fraport AG hat in den ersten neun Monaten 2002 Umsatz und Gewinn im Rahmen der Analystenprognosen gesteigert und sich für das Gesamtjahr vorsichtig optimistisch gezeigt.

Reuters FRANKFURT. Wie Fraport am Donnerstag zugleich bekannt gab, könnte eine Lösung im Streit um den Einstieg des Unternehmens beim Flughafen in Manila näher rücken. "Fraport hat in den vergangenen Monaten Gespräche mit Vertretern der philippinischen Regierung geführt, um Alternativen für das Manila-Projekt zu sondieren", teilte der Frankfurter Flughafenbetreiber mit. Derzeit prüfe ein philippinisches Gericht, ob der Konzessionsvertrag der Fraport AG zum Betrieb des Terminals in Manila nichtig sei.

Um mehr als neun Prozent auf knapp 402 Millionen Euro steigerte Fraport in den ersten neun Monaten das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda). Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit 397 Millionen Euro gerechnet. Der Umsatz stieg binnen Jahresfrist um knapp 14 Prozent auf 1,344 Milliarden Euro und lag damit ebenfalls im Rahmen der Prognosen.

Das Konzernergebnis sei dagegen auf Grund eines höheren Steueraufwands um 13 Prozent auf 83,3 Millionen Euro gesunken, teilte Fraport mit. Dementsprechend habe der Gewinn je Aktie um 36 Cent auf 0,92 Euro abgenommen. Das Verkehrsaufkommen am wichtigsten Firmenstandort - dem Frankfurter Flughafen - habe sich indes weiter erholt, hieß es.

"Bei der Einschätzung der Verkehrsentwicklung für das Gesamtjahr 2002 bleibt Fraport vorsichtig optimistisch und geht von einer weiteren Erholung des Luftverkehrs auch im vierten Quartal aus", hieß es zum Ausblick. Unter anderem infolge der erstmaligen Vollkonsolidierung der Sicherheitsfirma ICTS erwarte Fraport einen deutliche Umsatzzuwachs im Vergleich zum Vorjahr. Beim Ebitda würden weiterhin "mindestens" 500 Millionen Euro und damit etwa der Vorjahreswert erwartet, hieß es.

Infolge von Zinsforderungen im Millionenhöhe habe sich im dritten Quartal das finanzielle Engagement der Fraport AG in Manila auf 383 Millionen Dollar erhöht, hieß es. Fraport hatte vergangenes Jahr bereits außerordentliche Abschreibungen von gut 60 Millionen Euro auf das philippinische Projekt vorgenommen. Der Flughafenbetreiber ist über Investitionen, Bürgschaften und andere Verbindlichkeiten an einem neuen Terminal beteiligt.

Inzwischen habe sich das philippinische Parlament mit der Rechtmäßigkeit des Konzessionsvertrages zum Betrieb des Terminals durch Fraport befasst, teilte Fraport weiter mit. "Als Folge dieser Untersuchung könnte ein philippinische Gericht die teilweise oder vollständige Nichtigkeit des Konzessionsvertrages erklären." Fraport ermittle derzeit, welche finanziellen Auswirkungen ein solcher Entscheid haben könnte.

Die philippinische Regierung habe bestätigt, dass "durch eine solche rechtliche Situation" die Rückabwicklung des Projekts mit entsprechenden Ausgleichszahlungen für Fraport "näher rücken" würde. Fraport hatte im vergangenen Monat bereits angekündigt, eine Schadenersatzklage gegen die philippinische Regierung vorbereiten zu wollen.

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