Lösung soll bis Mitte Juli gefunden sein
WestLB sucht Nachfolger für Sengera

Die wegen riskanter Finanzierungsgeschäfte in Großbritannien in die Schlagzeilen geratene WestLB AG will nach Angaben aus Kreisen der Anteilseigner bis spätestens Mitte Juli einen Nachfolger für den zu Wochenbeginn ausgeschiedenen Vorstandschef Jürgen Sengera finden.

Reuters DÜSSELDORF. "Der Nachfolger soll möglichst rasch, spätestens aber bis Mitte Juli bestimmt werden", hieß es am Donnerstag in Kreisen der Anteilseigner. Die Suche werde auch deshalb forciert, weil der neue Vorstandschef in die Arbeiten an der künftigen strategischen Ausrichtung der Bank eingebunden werden solle. In Kreisen der Anteilseigner hatte es geheißen, die ursprünglich erst für den September angekündigte neue Strategie solle nun wenn möglich bereits im Sommer vorgelegt werden. In die Suche hat sich der nordrhein-westfälische Finanzminister Jochen Dieckmann eingeschaltet, der demnächst auch in den Aufsichtsrat der Bank aufrückt.

Die WestLB hatte sich am Montag von ihrem bisherigen Chef Sengera getrennt, der auf Grund von Milliardenverlusten und harscher Kritik der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) wegen mangelnder Kontrolle von riskanten Transaktionen im Beteiligungsgeschäft in Großbritannien seinen Posten räumen musste. Außerdem hatte es auch Differenzen mit den Anteilseignern über die künftige Strategie der Bank gegeben. Die WestLB hatte zudem mitgeteilt, die Bafin habe im Zuge ihrer Untersuchungen der verlustreichen Londoner Beteiligungsgeschäfte der Bank die Staatsanwaltschaft Düsseldorf eingeschaltet. Der Bafin-Bericht und die Milliardenverluste könnten auch noch ein parlamentarisches Nachspiel im Düsseldorfer Landtag haben. Die nordrhein-westfälische CDU hat nach Angaben eines Sprechers einen Antrag auf eine aktuelle Stunde des Landtags zum Thema WestLB gestellt. Die Debatte könnte in der kommenden Woche stattfinden.

Der Aufsichtsratschef der WestLB, Bernd Lüthje, wies unterdessen Spekulationen zurück, nach denen Vorstandsmitglied Adolf Franke seinen Posten vorzeitig räumen muss. Franke werde seinen laufenden Vertrag erfüllen, teilte Lüthje mit. Gerüchte über eine Abberufung seien ohne Grundlage.

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