Lösung zeichnet sich ab
Siemens hofft auf weiteres Transrapid-Projekt

Der Siemens-Konzern ist zuversichtlich, nach dem Pilotprojekt in Schanghai den Zuschlag für eine zweite und längere Transrapid-Strecke in China zu erhalten.

HB/dpa BERLIN. Der technische Nachweis werde mit dem Schanghai-Projekt erbracht, und bei den Verhandlungen über einen "attraktiven Preis" für eine Zweitstrecke zeichne sich eine Lösung ab, sagte das Vorstandsmitglied der Siemens-Bahnsparte (TS), Hans Schabert, am Donnerstag in Berlin. "Wir glauben, dass wir die nächste Strecke in China gewinnen werden."

Für das Transrapid-Pilotprojekt vom Schanghaier Flughafen Pudong zum Finanzzentrum der Millionen-Metropole steht eine weitere Etappe bevor. Am 1. Dezember dieses Jahres und damit 22 Monate nach Vertragsunterzeichnung soll die Magnetschnellbahn auf einer Testfahrt eine Geschwindigkeit von 430 Kilometern in der Stunde (km/h) erreichen. Dies sei ein Monat früher als geplant. Bereits in der vergangenen Woche seien 405 km/h erreicht worden. Am 31. Dezember soll die etwa 30 Kilometer lange Strecke dann im Beisein von Bundeskanzler Gerhard Schröder und der chinesischen Staatsführung getestet werden. Der kommerzielle Start ist für Anfang 2004 geplant.

Bei den Verhandlungen über eine zweite Strecke in China gehe es um ein "dreistelliges Millionen-Euro-Volumen", sagte TS-Vorstandschef Herbert Steffen. Die Gespräche mit den Chinesen über Preise gingen "in die richtige Richtung", sagte Schabert. Voraussichtlich bis Jahresende sei eine Einigung möglich. Das Schanghai-Projekt für das Konsortium aus Siemens, Thyssen-Krupp und Transrapid International umfasst ein Auftragsvolumen von 770 Millionen Euro.

Die Siemens-Bahnsparte, die auch den ICE baut, will mittelfristig auf dem Weltmarkt für Schienenverkehrstechnik die Nummer Zwei sein. Zu den größten Wettbewerbern gehören die Nummer Eins Bombardier aus Kanada und der französische Alstom - Konzern. "Unser Ziel ist es, dauerhaft eine Spitzenposition zu sichern und schneller zu wachsen als der Markt", sagte Steffen.

Beim Ergebnis sei die profitable Sparte Siemens TS bereits die Nummer eins. Im Geschäftsjahr 2001/02 (30. September) sei das Betriebsergebnis Ebit gegenüber dem Vorjahr um 33 Prozent auf 247 Millionen Euro gestiegen. Der Umsatz legte um neun Prozent auf 4,367 Milliarden Euro zu. Der Auftragseingang lag mit 5,25 Milliarden Euro um sieben Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Auftragsbestand belief sich auf 11,2 Milliarden Euro. Auch im laufenden Geschäftsjahr werde ein Umsatz- und Ergebnisplus erwartet. "Wir bewegen uns auf die Fünf-Milliarden-Marke beim Umsatz und eine Rendite von bis zu sieben Prozent zu", sagte Finanzvorstand Hans-Dieter Bott.

Die Bahnsparte war viele Jahre wegen hoher Verluste und Umstrukturierungen das Sorgenkind des Siemens-Konzerns. Inzwischen steuere das Unternehmen einen bedeutenden Ergebnisanteil für den Gesamtkonzern bei, hieß es. Gegenüber 1998 habe sich der Auftragseingang verdoppelt und das Ebit um mehr als 600 Millionen Euro verbessert. Die Zahl der Mitarbeiter sei im selben Zeitraum von 14 100 auf 17 100 gestiegen. Künftig solle das Geschäft in Asien und Amerika ausgebaut werden.

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