„Löwen“ winkt Sprung ins Achtelfinale
Senegal im Fußball-Fieber

An der Westküste Afrikas träumen zehn Millionen Fans vom Fußball-Wunder, das elf Profis im Osten Asiens vollbringen sollen. Ganz Senegal fiebert dem entscheidenden Vorrundenspiel gegen Uruguay entgegen und hofft auf die Fortsetzung des WM-Märchens.

dpa SEOUL. "Wir haben das Schicksal in unseren Händen", beschwor "Zauberer" Bruno Metsu seine "Löwen von Teranga", denen ein Unentschieden zum Sprung in das Achtelfinale reicht. Der WM-Neuling wäre erst das vierte afrikanische Team nach Marokko (1986), Kamerun (1990) und Nigeria (1994/1998), dem dies gelänge.

Verbandspräsident El Hadj Malick Sy hat die Partie am Dienstag in Suwon (8.30 Uhr/MESZ) daher zum "wohl wichtigsten Spiel in der Geschichte des senegalesischen Fußballs" erklärt. Auch Trainer Metsu, der in seiner Wahl-Heimat spätestens seit dem 1:0-Sieg gegen die einstige Kolonialmacht Frankreich Kultstatus genießt, weiß um die vielleicht einmalige Chance. "Wir müssen den letzten Punkt zum Weiterkommen holen. Unsere Situation ist besser als die von Uruguay oder Frankreich, die unbedingt gewinnen müssen, um die Vorrunde zu überleben", meinte der mit einer Senegalesin verheiratete Franzose.

"Guten Tag Japan oder Auf Wiedersehen Asien", brachte die Zeitung "Le Soleil" die Ausgangslage auf den Punkt. Bei einem Weiterkommen würde Afrikas Vizemeister in das Land der aufgehenden Sonne umziehen. "Wenn wir manchmal unter uns sind, reden wir darüber, dass wir im Achtelfinale gegen Argentinien oder England spielen könnten. Für uns wäre das wie ein Geschenk", sagte Mittelfeldspieler Salif Diao. Der Torschütze aus dem Dänemark-Spiel muss wegen seiner Rot-Sperre allerdings zuschauen.

"Siegen oder fliegen" lautet das Motto für den zweimaligen Weltmeister aus Uruguay. Nur ein Erfolg mit zwei Toren Differenz bringt die Südamerikaner sicher in die nächste Runde, ansonsten hängt ihr Wohl und Wehe vom Ausgang der Partie Frankreich gegen Dänemark ab. "Es ist sehr schwierig, aber nicht unmöglich. Es wäre kein Wunder, wenn wir es schaffen. Aber auch kein Desaster, wenn nicht", sagte Abwehrspieler Paolo Montero.

Trainer Victor Pua hat großen Respekt vor dem Gegner. Die Mischung aus europäischer Taktik und afrikanischer Spielfreude mache Senegal zu einem sehr starken Team. Dennoch gibt sich Pua zuversichtlich: "Keine Mannschaft kann ein Spiel über 90 Minuten kontrollieren. Wir haben unsere Chance und wollen sie nutzen."

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