"Logistische Unterstützung"
Anklage gegen möglichen Helfer der USA-Attentäter

Der Generalbundesanwalt hat wegen des Verdachts der Beteiligung an den Terroranschlägen vom 11. September Anklage gegen den inhaftierten Marokkaner Mounir El Motassadeq erhoben. Die Anklage sei vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht erhoben worden, teilte Generalbundesanwalt Kay Nehm am Mittwoch mit.

Reuters KARLSRUHE. Nähere Angaben über den Inhalt der Anklage wollte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft auf Nachfrage nicht machen. Gleichzeitig kündigte die Behörde eine Pressekonferenz für Donnerstag zum Ergebnis der Ermittlungen an. Früheren Angaben zufolge wird El Motassadeq vorgeworfen, die terroristische Gruppe in Hamburg um Mohammed Atta logistisch unterstützt zu haben. Die Bundesanwaltschaft hatte die Ermittlungen zwei Tage nach den Anschlägen an sich gezogen.

Dies ist die erste deutsche Anklage im Zusammenhang mit den Anschlägen in den USA. Der Marokkaner war im November im Hamburg festgenommen worden und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. "Vor dem Hintergrund der engen persönlichen und finanziellen Verflechtungen steht der Beschuldigte in dem dringenden Verdacht, die terroristische Vereinigung durch logistische Maßnahmen wissentlich unterstützt zu haben", hatte die Bundesanwaltschaft nach der Festnahme wörtlich mitgeteilt. So gehörten den Angaben zufolge zu seinen Kontaktpersonen auch die mutmaßlichen Attentäter der Hamburger Gruppe, Mohammed Atta, Marwan Alshehhi und Ziad Jarrah.

Angeklagter soll Konto verwaltet haben

El Motassadeq soll den damaligen Ermittlungsergebnissen zufolge das Girokonto Alshehhis bei einer Hamburger Bank verwaltet haben. Mit dem Geld sei unter anderem der Aufenthalt Alshehhis in den USA sowie sein dortiger Flugunterricht bezahlt worden, hatte es geheißen. Auf das Konto seien zwischen Mai und November 2000 regelmäßig größere Geldbeträge eingegangen. Wie die Gruppe auch war der Angeklagte den Angaben zufolge seit mehreren Jahren Student in Deutschland.

Bei den Anschlägen am 11. September auf das World Trade Center in New-York und auf das US-Verteidigungsministerium in Washington waren tausende Menschen getötet worden. Die Attentäter hatten die entführte Passagierflugzeuge in die beiden Türme des World Trade Centers und das Verteidigungsministerium gelenkt.

Mutmaßliche Helfer werden international gesucht

Die Bundesanwaltschaft hatte zwei Tage später die Ermittlungen an sich gezogen, als sich erwies, dass die mutmaßlichen Attentäter zumindest zeitweise in Hamburg gelebt hatten. Nach Durchsuchungen vor allem in der Hansestadt hat die Behörde zehn Tage nach dem Anschlag Haftbefehle gegen Ramzi Binalshibh sowie Said Bahaji und Oktober gegen den Marokkaner Zakariya Essabar erwirkt. Der Verdacht lautet auf Mord sowie Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Alle drei sollen den damaligen Angaben zufolge die Anschläge mitgeplant haben. Sie sind flüchtig und werden mit internationalen Haftbefehlen weltweit gesucht.

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