Lohnersatz muss innerhalb von zwei Monaten beantragt werden
Arbeitslosigkeit: Erste Hilfe vom Amt

Wer seinen Job verloren hat, macht sich meist nur zaudernd auf den Weg zum Arbeitsamt - doch der Gang zahlt sich aus. Der Staat greift finanziell und beratend unter die Arme, vermittelt Jobs und bietet Programme zur Fortbildung an.

Gekündigte können Ansprüche schon bis zu zwei Monate vor der Arbeitslosigkeit anmelden. "Je früher sie das Amt aufsuchen desto besser", rät Werner Marquis vom Landesarbeitsamt Nordrhein-Westfalen. Denn Arbeitslosengeld wird nicht rückwirkend ausbezahlt. Bei der Anmeldung verlangt das Arbeitsamt den Personal- und Sozialversicherungsausweis, die Lohnsteuerkarte sowie eine Arbeitsbescheinigung, die die Dauer der Beschäftigung dokumentiert.

Anspruch auf Arbeitslosengeld hat, wer in den vergangenen drei Jahren mindestens zwölf Monate als Angestellter gearbeitet hat. Die Höhe des Arbeitslosengeldes beträgt 60 oder 67 Prozent des letzten pauschalierten Nettoentgelts. Singles erhalten höchstens 316,12 Euro, Verheiratete mit Kind 437,50 Euro. Der Betrag wird pro Woche berechnet, aber monatlich überwiesen. Je nach Alter und Beschäftigung zahlt das Amt bis zu 32 Monate Arbeitslosengeld. Wer jünger als 45 ist, wird jedoch nur sechs bis zwölf Monate unterstützt.

Außerdem gibt es Geld für Bewerbungskosten (bis zu 260 Euro pro Jahr), Fahrtkosten, Umzüge oder Arbeitsmittel. Wer Arbeitslosengeld bekommt, ist automatisch kranken- und pflegeversichert. Das Arbeitsamt übernimmt die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung und bis zu einer gewissen Obergrenze auch die Prämien für privat Versicherte. Problem: Zwischen dem Antrag auf Arbeitslosengeld und der Bewilligung können Monate vergehen. Kommt es in dieser Zeit zu einer Krankheit oder einem Unfall, bleibt der Arbeitslose auf den Kosten sitzen, falls die Behörde den Antrag ablehnt. Für dieses Risiko bieten viele Versicherungen einen Übergangsschutz an.



Auch bei Firmenpleiten hilft die Bundesanstalt für Arbeit. Meldet ein Unternehmen Insolvenz an, sorgt die Behörde dafür, dass die Angestellten nicht völlig auf das ihnen zustehende Geld verzichten müssen. Für die drei Monate vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens erhalten sie Insolvenzgeld in voller Höhe ihres Nettolohns. Außerdem zahlt das Arbeitsamt alle Beiträge zur Sozialversicherung.

Der Lohnersatz muss innerhalb von zwei Monaten beantragt werden. Wichtig: Wer sich vom Arbeitgeber überreden lässt, ganz oder teilweise auf sein Gehalt zu verzichten, schmälert dadurch seinen Anspruch auf Insolvenzgeld. Alle Leistungen sind mit Pflichten verbunden: Wer Arbeitslosengeld kassiert, muss an jedem Werktag für die Behörde erreichbar sein. Reisen muss er anmelden, mehr als drei Wochen pro Jahr sind nicht drin. Jobs bis zu 14 Wochenstunden sind nebenbei erlaubt, müssen aber ebenfalls vorher genehmigt werden. Der Verdienst wird auf die Unterstützung angerechnet, sofern er einen Freibetrag von 20 Prozent des Arbeitslosengeldes überschreitet.

Das Amt begleitet Arbeitssuchende auch auf dem Weg in die Vollbeschäftigung. Mit der Datenbank für Aus- und Weiterbildung KURS bietet es monatlich aktualisierte Informationen zu etwa 600 000 Programmen, von Wochenendseminaren bis Vollzeitunterricht, von wenigen Stunden bis zu mehreren Jahren. Die zentralen Stellen- und Bewerberanzeiger der Bundesanstalt für Arbeit MARKT + CHANCE informieren wöchentlich über Stellen-, Bewerber- und Ausbildungsangebote. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.arbeitsamt.de.

Quelle: WirtschaftsWoche

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