London deutlich schwächer
Uneinheitliche Tendenzen an Europas Börsen

Die wichtigsten europäischen Aktienbörsen haben am Mittwoch-Mittag unterschiedlich tendiert. Der DJ Stoxx50-Index verlor 0,3 Prozent auf 3 250 Zähler. Als Belastung erwiesen sich laut Händlern Energiewerte, während Tech-Werte sehr gefragt waren.

Reuters DÜSSELDORF. BP und Shell fielen zwischenzeitlich um rund drei Prozent. TotalFinalElf büssten 0,2 Prozent ein, während Repsol YPF 0,3 Prozent nachgaben. Weiterhin schwach präsentierten sich Telekom - und Medienwerte. Zu den grössten Verlierern in diesen Sektoren gehörten mm02 und Reuters mit Verlusten von je vier Prozent. Dagegen standen die jüngst arg gebeutelten Technologiewerte in der Gunst der Investoren. Händler verwiesen dabei auf die freundlichen Vorgaben der US-Technologiebörse Nasdaq vom Dienstag. Die Titel des Telekomausrüsters Nokia stiegen über drei Prozent, Anteilsscheine des Chipherstellers STMicroelectronics zogen ebenfalls über drei Prozent an.

LONDON - Die Londoner Börse notierte am ersten Handelstag nach einer zweitägigen feiertagsbedingten Pause deutlich schwächer. Der FTSE-100-Index verlor rund 1,7 Prozent auf rund 5 000 Zähler. Händler sprachen mit Blick auf die jüngsten Verluste an den US-Börsen und an den europäischen Aktienmärkten von einem gewissen "Nachholbedarf". Als Belastung erwiesen sich insbesondere Ölwerte. BP und Shell verloren jeweils drei Prozent. Händler verwiesen dabei auf die gesunkenen Rohölpreise. Unter deutlichem Druck standen auch Telekomwerte. Vodafone ermässigten sich um 2,4 Prozent und BT Group gaben rund drei Prozent nach. mmO2 fielen gar um über vier Prozent. Reuters fielen rund vier Prozent, nachdem Tibco Software, an welcher Reuters eine Beteiligung hält, eine Gewinnwarnung veröffentlicht hatte.

ZÜRICH - Nach Tagen schwächerer Kurse hat sich auch am Mittwoch bei den Schweizer Aktien keine Aufwärtstendenz durchsetzen können. Der SMI notierte um 0,1 Prozent tiefer auf 6 410 Punkten. Händler sagten, Gewinnmitnahmen und Abgaben ausländischer Marktteilnehmer hätten die beiden Schwergewichte Novartis und Nestle belastet. "Die Leute sind so verunsichert über die weitere Entwicklung, dass sich mancher gesagt hat, dann gebe ich halt das auch noch, auf dem ich wenigstens noch etwas Gewinn habe. Und das sind halt die beiden Defensiven", sagte ein Händler. Bei Roche, die Genussscheine stiegen die 0,2 Prozent auf 123,25 und der Inhaber 1,5 Prozent auf 172,75 sfr, fielen erneut grössere Umsätze auf. Zudem weitete sich der Spread aus. "Etwas läuft, das ist klar", sagte ein Händler. Bei den Finanzwerten tendierten die Banken zumeist etwas freundlicher, während die Versicherungen sich eher leicht abschwächten.

PARIS - Die Pariser Börse notierte unter Führung der Technologiewerte fester. Der CAC-40-Index gewann ein Prozent auf 4 107 Zählern. Händler erklärten, nach den kräftigen Einbussen vom Vortag hätten sich im Technologiesektor "Schnäppchenjäger" bemerkbar gemacht. Die Aktien des Chipherstellers STMicroelectronics kletterten über drei Prozent. Die Titel des IT-Beraters Cap Gemini schnellten gar um fünf Prozent in die Höhe. Gegen den Trend schwächer notierten Thomson Multimedia, die über vier Prozent nachgaben. Händler begründeten dies mit Bekanntgabe von UBS Warburg, ein Paket im Umfang von 10,9 Millionen Aktien von Thomson Multimedia am Markt platziert zu haben.

AMSTERDAM/BRÜSSEL - Die Benelux-Börsen notierten freundlich. Der Amsterdamer AEX-Index legte ein Prozent auf 467 Punkte zu, während der Brüsseler Bel20-Index 0,6 Prozent auf 2 668 Zähler gewann. Als Zugpferde erwiesen sich die Titel des Indexschwergewichtes Fortis , die sowohl in Amsterdam also auch in Brüssel über ein Prozent zulegten. Gesucht waren auch ING, die zwischenzeitlich rund ein Prozent gewannen. In Brüssel standen Interbrew in der Gunst der Anleger und verbesserten sich um 1,4 Prozent.

MAILAND - Der Mib30-Index in Mailand gewann rund ein Prozent auf 29 063 Zähler. Angeführt wurde die Erholungstendenz von IntesaBCI, die über zwei Prozent zulegten. Händler verwiesen dabei auf die Ankündigung des Unternehmens, es hoffe einen Teil seiner durch die Enron-Pleite verursachten Verluste zurückzuerlangen. Die Titel des Chipherstellers STM rückten rund drei Prozent vor. Auf anhaltendes Interesse stosse auch Fiat, die über ein Prozent zulegten.

MADRID - Die spanische Börse notierte ebenfalls freundlich. Der Ibex-35 legte 0,3 Prozent auf rund 7 691 Punkte zu. Für Unterstützung sorgten die jüngst deutlich unter Druck gestandenen Titel der schwergewichtigen Telefonica, die 0,5 Prozent zulegten. Die Erholungstendenz sei aber von den beiden Grossbanken etwas gebremst worden, sagten Händler. Santander Central Hispano gaben 0,2 Prozent nach, während sich BBVA um 0,4 Prozent ermässigten.

STOCKHOLM - Auch die skandinavischen Aktienmärkte notierten im Plus. Der DJ StoxxNordic-Index gewann 0,7 Prozent auf 285 Punkte. Der Markt habe von der insgesamt freundlichen Tendenz bei Technologiewerten profitiert, erklärten Händler. Schwergewicht Nokia kletterte über drei Prozent. In der Gunst der Anleger standen auch die Telekomwerte. Sonera legten 1,6 Prozent zu, während Telia 0,4 Prozent gewannen. Telenor stiegen über zwei Prozent.

WIEN - Die Wiener Börse notierte schwächer. Der ATX-Index verlor 0,6 Prozent auf 1 284 Zähler. Händler sprachen von einem orientierungslosen Handel bei insgesamt geringen Umsätzen. Unter Druck standen die Titel von Andritz, die 1,2 Prozent verloren. Einbussen mussten auch Telekom Austria hinnehmen, die 0,2 Prozent nachgaben. Die Titel des Indexschwergewichtes Erste Bank bauten die Vortagesverluste weiter aus und ermässigten sich um rund ein Prozent.

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