Lone Star steigt aus
Neuer Rückschlag bei Bankgesellschaft

Die US-Investmentgesellschaft Lone Star zog sich am Montag überraschend aus dem Bieterverfahren zurück. Man habe zu wenig Informationen über den Zustand des landeseigenen Finanzkonzerns erhalten, hieß es. Damit ist nur noch ein Interessent im Rennen.

HB/dpa BERLIN. Begründet wurde dies mit fehlenden Informationen über den Zustand des mehrheitlich landeseigenen Finanzkonzerns. Damit ist nur noch die US-Investorengruppe BGB Capital Partners im Rennen. Die rot-rote Berliner Landesregierung will das Privatisierungsverfahren trotzdem fortsetzen.

Den Rückzug begründete Lone Star damit, dass die zur Verfügung gestellten Informationen "nicht ausreichend" gewesen seien, um die geplante Übernahme der Bankgesellschaft ohne weitere Risikobeteiligung des Landes umzusetzen. Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) bedauerte die Entscheidung. Die Landesregierung habe gemeinsam mit dem Bankvorstand versucht, die Informationen "weitestgehend" verfügbar zu machen. Bankgeheimnis, Datenschutz und andere Rahmenbedingungen hätten jedoch "unüberwindbare Schranken" gesetzt.

Lone Star hatte versprochen, die Bankgesellschaft bis spätestens 2005 wieder in die Gewinnzone zu bringen. Auf weitere Landeshilfen wollten die Texaner dabei verzichten. Deshalb hatten sie eine besonders genaue Prüfung der vertraulichen Bankdaten angestrebt und für den Besuch des Datenraums eine Vertraulichkeitserklärung unterzeichnet. BGB Capital Partners hatte diese Erklärung später ebenfalls unterzeichnet. Das Konsortium machte aber deutlich, an einer weiteren Risikobeteiligung des Landes interessiert zu sein.

Sollte der Verkauf der elftgrößten deutschen Bank scheitern, will das Land als Mehrheitsaktionär die Bankgesellschaft in Eigenregie sanieren und erst in einigen Jahren wieder eine Privatisierung versuchen. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) stellte am Wochenende klar, dass ein Verkauf für das Land nur unter klaren Voraussetzungen Sinn mache. "Ein Verbleib aller Risiken ausschließlich beim Land und ein Verbleib der Gewinne beim Erwerber, das kann es nicht sein", sagte Wowereit der dpa.

Die Bankgesellschaft wollte am Montag keinen Kommentar abgeben. Auch der verbliebene Bieter BGB Capital Partners - ein Zweckbündnis der einstigen Konkurrenten Texas Pacific Group und den Investor Christopher Flowers - wollte sich nicht näher äußern.

Der 1994 gegründete Konzern mit Marken wie der Berliner Sparkasse, der Berliner Bank, der Weberbank und der Berlin Hyp war durch riskante Immobiliengeschäfte an den Rand der Pleite geraten. Vor dem Zusammenbruch konnte sie im Frühjahr nur durch neue staatliche Hilfen mit einer Risiko-Abschirmung über 21,6 Milliarden Euro gerettet werden.

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