Lout teilt sich elften Platz mit dem irischen Sänger Mickey Harte
Türkei gewinnt Grand Prix Eurovision

Die Türkei hat den 48. Grand Prix Eurovision gewonnen. Schlagerveteran Ralph Siegel und sein Schützling Lou landeten für Deutschland mit ihrem Gute-Laune-Song "Let's Get Happy" auf Platz elf.

HB/dpa RIGA. Die Siegerin Sertab Erener hatte sich bis zum Ende ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen mit Belgien und Russland geliefert. Am Ende lag ihr Popsong "Everyway That I Can" mit hauchdünnem Vorsprung vorn. Der befürchtete Skandal durch das russische Mädchenduo t.A.T.u. war ausgeblieben: sie verzichteten auf lesbisch-erotische Einlagen, mit denen sie in den vergangenen Wochen für Furore gesorgt hatten.

Lou zeigte sich unzufrieden mit dem elften Platz, den sie sich mit dem irischen Sänger Mickey Harte teilt, der ebenfalls 53 Punkte holte. "Ich bin enttäuscht. Ich hätte das Ding gerne nach Deutschland geholt", sagte die 39-Jährige nach der Show und rang mit den Tränen. Es war bereits die zweite Enttäuschung für Deutschland und Komponist Ralph Siegel in Folge. Im vergangenen Jahr hatte Corinna May mit einem Siegel-Song nur den 21. Platz belegt, nachdem Künstler wie Michelle, Stefan Raab oder auch Guildo Horn in den Jahren zuvor stets locker unter die ersten Zehn gekommen waren.

Mit dem Siegerlied brach die Türkei erstmals mit ihrer Tradition, nur in der Landessprache zu singen. Der englischsprachige Popsong mit orientalischen Elementen im Stile des Hitparadenstürmers Tarkan bekam 167 Punkte, nur 2 mehr als die belgische Gruppe Urban Trad, die mit "Sanomi" ein ebenfalls orientalisch anmutendes Lied in einer erfundenen Sprache vortrug. Die zuvor hochfavorisierten t.A.T.u. landeten mit nur einem Punkt weniger auf Platz drei.

Die Grand-Prix-Gewinnerin 2003 ist in ihrem Heimatland ein Superstar: Mit ihrem Türkisch-Pop hat Sertab Erener bereits vier Millionen Alben verkauft. Ihre Qualifikation zum diesjährigen Eurovision Song Contest war in der Türkei mit großer Begeisterung aufgenommen worden.

Die beiden Mädels von t.A.T.u. gaben sich äußerst brav und zurückhaltend: Unspektakulär in Jeans und weißen T-Shirts gekleidet hielten sich bei der Darbietung ihres eher schrillen Songs "Ne Ver, Ne Bojsia, Ne Prosi" nur zaghaft an den Händen. Außerdem gab es immer wieder Buh-Rufe für die beiden Mädchen, die im Vorfeld durch ihre lässig-arrogante Art provoziert hatten.

In der rund dreistündigen Show sahen die 4000 Zuschauer in der Skonto-Halle von Riga sowie die geschätzten 100 Millionen Fernsehzuschauer eine bunte Mischung aus temporeichen Songs und ruhigen Balladen. Die meisten der 26 Teilnehmerländer setzten auf bewährten Pop in Englisch - gewagt waren eher die freizügigen Outfits zahlreicher Sängerinnen und Tänzerinnen.

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