Loyalität zu den USA
Ölpreis leicht erholt

Am Vortag hatte die Sorge, eine weltweite Rezession könne die Nachfrage nach Öl deutlich verringern, den höchsten Preissturz innerhalb eines Tages seit dem 17. August 1991 ausgelöst.

Reuters LONDON. Damals hatten die USA und ihre Verbündeten mit militärischen Schlägen gegen den Irak nach dessen Einmarsch in Kuwait begonnen. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA war der Preis zunächst auf rund 31 $ geklettert, um dann an sechs Tagen in Folge abzugeben. Mit Blick auf das Treffen der Opec-Ölminister am Mittwoch in Wien gehen Händler davon aus, dass das Kartell bei den bisherigen Fördermengen bleiben wird.

Preisabschlag ist "übertrieben"

Ein Barrel (159 Liter) der richtungweisenden Nordsee-Ölsorte Brent zur Lieferung im November verteuerte sich am Dienstagvormittag in London um einen 0,5 $ auf 22,52 $. Allerdings bezeichneten die Händler den Preisabschlag als "übertrieben". Das von der Opec beachtete Barrel des aus sieben Ölsorten bestehenden Korbs war am Montag mit 20,51 $ unter die von der Opec angepeilte Preisspanne von 22 bis 28 $ gefallen. Am Freitag hatte das Barrel 23,98 $ gekostet. Der Korb setzt sich zusammen aus den Sorten Minas aus Indonesien, Bonny Light aus Nigeria, Saudi Arabian Light, Dubai aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Tia Juana aus Venezuela und Isthmus aus Mexiko.

Die unmittelbare Furcht vor Lieferengpässen nach einer möglichen militärischen Reaktion der USA im Nahen Osten sei in den Hintergrund getreten, sagten Händler. Die Befürchtung einer weltweiten Rezession, die nach den Anschlägen zugenommen hat, habe diese Sorge verdrängt. Außerdem sei das Vertrauen gewachsen, dass eine US-geführte Militäroperation nicht die Ölausfuhren im Mittleren Osten beeinträchtigen dürfte.

"Die größte Bedrohung kommt von der Nachfrageseite"

Händler gehen des Weiteren davon aus, dass die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) wahrscheinlich keine Veränderung ihrer Fördermengen bei ihrem Treffen am Mittwoch in Wien beschließen wird. "Im Augenblick gibt es keine wahrnehmbare Bedrohung des Angebots, die größte Bedrohung kommt von der Nachfrageseite", sagte Simon Games-Thomas von NM Rothschild & Sons in Sydney. Händlern zufolge muss die Organisation den Ölpreis stabilisieren um Loyalität zu den USA zu beweisen. Die Opec hat in diesem Jahr drei Mal die Fördermengen reduziert, um den von ihr unerwünschten Ölpreisrückgang aufzuhalten.

Kuwait, ein enger Verbündeter der USA, hatte am Montag signalisiert, die US-Wirtschaft unterstützen zu wollen. Ölminister Adel al-Subaih hatte gesagt, Kuwait würde sich mit einem Preis pro Barrel des Opec-Ölkorbs zwischen 22 und 25 $ zufrieden geben. Die Opec strebt offiziell einen Preis von 22 bis 28 $ an.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%