LSE-Übernahme wieder möglich
Übernahmekampf um Londoner Börse geht in die nächste Runde

Die schwedische OM Gruppen erhöht laut Presseberichten das Angebot für die LSE auf umgerechnet rund 3,25 Mrd. DM.

Reuters LONDON. Der schwedische Finanzmarktbetreiber OM Gruppen hat am Sonntag die Bereitschaft zur Erhöhung seines Übernahmeangebotes an die London Stock Exchange (LSE) angedeutet. Die Übernahmeofferte, die umgerechnet 2,6 Mrd. DM umfasst, habe unter allen Aspekten überzeugt, nur nicht mit dem Preis, sagte ein OM-Sprecher. Die Strategie sei von den LSE-Anteilseignern akzeptiert und die Überlegenheit der Technik erkannt worden. "Was bleibt, ist wirklich nur die Sache mit dem Geld", sagte der Sprecher. Die Zeitung "Independent" hatte berichtet, OM werde das Gebot für die LSE um fast 50 % auf umgerechnet 3,25 Mrd. DM (eine Milliarde Pfund) erhöhen.

OM Gruppen werde das Angebot in bar und Aktien je LSE-Aktie von 25 auf 40 Pfund je Aktie aufstocken. Die Papiere hatten am Freitag mit einem Kurs von 29,50 Pfund geschlossen. Die Londoner Börse hatte die Übernahmeofferte abgelehnt und das Angebot als "lächerlich" bezeichnet. Bisher hat OM Gruppen deshalb erst die Zustimmung von einem Prozent der Anteilseigner erhalten und die Angebotsfrist bis 23. Oktober verlängert.

Noch in der vergangenen Woche hatte OM-Aufsichtsratsvorsitzender Olof Stenhammer gesagt, derzeit gäbe es keine Pläne, den Wert des Angebots zu erhöhen. Er hatte dies jedoch auch nicht prinzipiell ausgeschlossen.

Wegen des Übernahmeversuchs von OM Gruppen war die ursprünglich geplante Fusion der LSE mit der Deutschen Börse AG zu "iX" gescheitert. Die LSE hatte sich aus der Fusion mit der Deutschen Börse mit der Begründung zurückgezogen, sich auf die Abwehr des OM-Angebotes konzentrieren zu wollen.

Wie auf der Tagung des britischen Maklerverbandes Apcim am Samstag in Brüssel bekannt wurde, will die LSE nun ihre beiden Marktsegmente für Wachstumswerte AIM und techMARK in einem neuen europäischen Wachstumsmarkt zusammenfassen. "Wir werden uns um Notierungen von anderen europäischen Gerichtsständen bemühen", sagte der Chef der London Stock Exchange (LSE), Don Cruickshank, am Samstag in Brüssel auf einer Apcim-Tagung. Demnach sollen die bisher bestehenden Börsensegmente AIM (Alternative Investment Market) und techMARK zusammengeführt werden.

Branchenkenner werteten das als Affront gegen die Deutsche Börse AG. London und Frankfurt hatten ursprünglich gemeinsam mit der US-Technologiebörse Nasdaq einen europaweiten Markt für Wachstumswerte geplant. Die Deutsche Börse AG wollte die Pläne über AIM und techMARK auf Anfrage von Reuters nicht kommentieren.

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